Ein Patrouillenboot des britischen Grenzschutzes verlässt den Hafen von Dover. | Bildquelle: dpa

Bootsflüchtlinge im Ärmelkanal Briten fassen mutmaßliche Schleuser

Stand: 03.01.2019 11:29 Uhr

Immer mehr Migranten versuchen, in kleinen Booten von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. Jetzt wurden zwei Männer festgenommen, die den Menschenschmuggel im Ärmelkanal mitorganisiert haben sollen.

Die britische Polizei hat zwei mutmaßliche Menschenschmuggler festgenommen. Die Ermittler werfen ihnen vor, die illegale Einreise von Migranten über den Ärmelkanal organisiert zu haben.

Der 33 Jahre alte Iraner und ein 24-jähriger Brite seien in Manchester gefasst worden, teilte die Ermittlungsbehörde National Crime Agency (NCA) in London mit.

Das von der französischen Marine bereitgestellte Foto zeigt Migranten in einem Schlauchboot, die im Ärmelkanal gerettet wurden. | Bildquelle: AP
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Das Bild, das von der französischen Marine bereitgestellt wurde, zeigt Migranten im Schlauchboot.

Zahl der Migranten steigt

Seit Monaten steigt die Zahl der Migranten, die über Frankreich illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Der britische Innenminister Sajid Javid stufte die Lage bereits als "schwerwiegendes Ereignis" ein. Nach Zahlen aus seinem Ministerium versuchten im vergangenen Jahr 539 Menschen, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren - 80 Prozent von ihnen allein seit Anfang Oktober.

Die Migranten, darunter Kinder, gehen dabei ein hohen Risiko ein: In vielen Schlauchbooten gibt es laut Behörden keine Rettungswesten. Die Schleuser setzen die Menschen nach Medienberichten unter Druck, noch vor dem EU-Austritt Großbritanniens die Überfahrt zu wagen. Danach würden die Kontrollen weiter verschärft, so die Drohung.

Die britische Regierung hatte wegen der wachsenden Zahl von Migranten am Montag angekündigt, zwei Patrouillenschiffe vom Mittelmeer in den Ärmelkanal zu verlegen. Eines der beiden Schiffe war bislang in humanitärer Mission für die europäische Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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