Anklage in Ägypten 20 Journalisten unter Terrorverdacht

Stand: 29.01.2014 16:07 Uhr

Wegen Terrorismusverdachts müssen sich demnächst 20 Journalisten des Senders Al Dschasira vor einem Gericht in Ägypten verantworten. 16 von ihnen sind Ägypter - laut Generalstaatsanwaltschaft sind sie angeklagt, einer terroristischen Organisation beigetreten zu sein. Die Beschuldigten gehören der Muslimbruderschaft an. Den anderen vier werde vorgeworfen, die islamistische Organisation mit Ausrüstung und Informationen unterstützt und "das Bild Ägyptens im Ausland verzerrt" zu haben.

Damit werden zum ersten Mal, seit die ägyptische Regierung die Muslimbruderschaft zur Terrororganisation erklärte, Journalisten und Ausländern Terrorvorwürfe gemacht.

Zentrale von Al Dschasira in Katar
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Al Dschasira wird vorgeworfen, "das Bild Ägyptens im Ausland zu verzerrren": Newsroom in der Zentrale des Senders in Katar.

Al Dschasira weist die Vorwürfe zurück

Acht der Angeklagten, unter ihnen der ehemalige BBC-Reporter Peter Greste, sind bereits in Untersuchungshaft, die anderen befinden sich offenbar im Ausland. Der Australier Greste und drei weitere Mitarbeiter von Al Dschasira International waren vor einem Monat in einem Hotel in Kairo verhaftet worden. Die Anklage erwähnt außerdem noch zwei britische und einen niederländischen Staatsbürger.

Das Büro von Al Dschasira in Kairo und der ägyptische Sender Al Dschasira Mubaschir Misr waren nach dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im vergangenen Juli geschlossen worden. Mursi stammt aus der Muslimbruderschaft.

Al Dschasira hatte bereits nach der Verhaftung Grestes und der anderen drei Mitarbeiter die Vorwürfe als "absurd" zurückgewiesen. Die Fernsehanstalt mit Sitz in der katarischen Hauptstadt Doha sendet auf arabisch, englisch und bosnisch.

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