Nach Berichten über Muslimbruderschaft Aus für vier TV-Sender in Ägypten

Stand: 03.09.2013 12:09 Uhr

Zentrale von Al Dschasira in Katar
galerie

Al Dschasiras Ableger in Ägypten darf nicht mehr senden.

Ein ägyptisches Verwaltungsgericht hat die Schließung von vier Fernsehsendern angeordnet, die positiv über die Muslimbruderschaft berichtet hatten. Das Nachrichtenportal Ahram Online meldete, von dem Verbot betroffen sei unter anderem der Sender Al-Dschasira-Live-Ägypten, ein Ableger des in Katar beheimateten Nachrichtensenders Al-Dschasira.

Auch Al-Kuds TV, Ahrar 25 und Jarmuk dürften ab sofort nicht mehr senden. Am Montag war bereits der Sender Al-Hafes dicht gemacht worden, in dem häufig radikale islamistische Prediger aufgetreten waren. Dieser habe zum "Hass" gegen koptische Christen angestiftet und versucht, die "nationale Einheit zu untergraben", hieß es. Kopten sowie liberale Vertreter hatten dem Sender und seinen Moderatoren in der Vergangenheit immer wieder eine feindselige Haltung ihnen gegenüber vorgeworfen.

Führende Muslimbrüder festgenommen

Seit der Entmachtung des gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee Anfang Juli wurden Dutzende Führungspersönlichkeiten der Muslimbruderschaft festgenommen. Der gesamten Organisation droht ein Verbotsverfahren. Gestern hatte eine Gruppe von Richtern, die die Übergangsregierung berät, eine Auflösung der Bruderschaft empfohlen und einen Verbotsantrag beim Obersten Verwaltungsgericht gestellt.

Es wäre bereits das zweite Verbotsverfahren gegen die Muslimbrüder. Von 1954 bis zum Sturz des Machthabers Husni Mubarak im Frühjahr 2011 war die älteste ägyptische Islamistenvereinigung offiziell verboten. Anfang dieses Jahres wurden sie unter Präsident Mohammed Mursi, der aus der Bruderschaft hervorging, legalisiert. Mursi muss sich demnächst wegen Anstachelung zur Gewalt vor Gericht verantworten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. September 2013 um 20:00 Uhr.

Darstellung: