Prozess in Kairo Harte Strafen für Al-Dschasira-Reporter

Stand: 23.06.2014 11:33 Uhr

Im Prozess gegen Journalisten des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira International in Ägypten hat ein Gericht in Kairo langjährige Haftstrafen verhängt. Der Richter verurteilte den australischen Reporter Peter Greste, den kanadisch-ägyptischen Büroleiter Mohammed Fahmy und den ägyptischen Redakteur Baher Mohammed wegen Terrorvorwürfen zu jeweils sieben Jahren Haft.

Sie wurden beschuldigt, die inzwischen verbotene Muslimbruderschaft unterstützt und falsche Nachrichten verbreitet zu haben. Insgesamt waren 20 Menschen angeklagt, darunter fünf ägyptische Studenten und weitere Journalisten, die sich außer Landes aufhalten. Drei Reporter wurden in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Einige Beschuldigte saßen bereits seit Dezember 2013 in Untersuchungshaft.

Der Prozess hatte am 20. Februar begonnen und ist Teil des Vorgehens gegen die Muslimbruderschaft. Das Verfahren hat weltweit die Sorgen um Einschränkungen der Pressefreiheit in Ägypten genährt.

Der Nachrichtensender hat die Vorwürfe stets vehement zurückgewiesen. Auch die australische Regierung hatte sich vor dem Urteil noch einmal für Greste eingesetzt. Der Journalist habe die Muslimbruderschaft nicht unterstützt, sondern nur über sie berichtet, sagte Ministerpräsident Tony Abbott.

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