Eine Zeichnung zeigt Abdeslam im Gericht, umgeben von vermummten Sicherheitsbeamten. | Bildquelle: AFP

Mutmaßlicher Paris-Attentäter Abdeslam schweigt vor Gericht

Stand: 05.02.2018 11:33 Uhr

Es ist der erste Prozess gegen den mutmaßlichen Paris-Attentäter Abdeslam: In Brüssel muss er sich zunächst für Schüsse auf Polizisten verantworten. Doch der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Der mutmaßliche Pariser Attentäter, Salah Abdeslam, wird sich im ersten Prozess gegen ihn wohl nicht äußern. Zum Auftakt der Verhandlung in Brüssel kündigte der 28-Jährige an, keine Fragen beantworten zu wollen.

Prozessbeginn gegen mutmaßlichen Paris-Attentäter
tagesschau 12:00 Uhr, 05.02.2018, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Prozess dreht sich um Schüsse auf Polizisten

Abdeslam soll zu der Terrorzelle gehört haben, die für die schweren Anschläge in Paris im November 2015 verantwortlich ist, bei denen 130 Menschen starben. Nur wenige Monate später, im März 2016, sollen Mitglieder der Zelle Bombenattentate am Brüsseler Flughafen und in der Metro im Zentrum der belgischen Hauptstadt verübt haben: Mehr als 30 Menschen wurden getötet.

Doch im nun gestarteten Prozess muss sich Abdeslam noch nicht wegen einer möglichen Beteiligung an den Anschlägen verantworten. Die Verhandlungen drehen sich um Schüsse, mit denen der Franzose mehrere Polizisten verletzt haben soll. Abdeslam drohen wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und terroristischer Aktivitäten bis zu 40 Jahre Haft.

Zu der Schießerei kam es laut Anklage am 15. März 2016, als Polizisten Abdeslam bei einer Razzia aufgespürt hatten. Der Angeklagte habe damals das Feuer eröffnet und mehrere Einsatzkräfte verletzt.

Ein vermummter Polizist hat vor dem Gericht in Brüssel Stellung bezogen. | Bildquelle: REUTERS
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Der Prozessauftakt in Brüssel fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Mutmaßlicher Komplize sagt aus

Neben Abdeslam steht auch sein mutmaßlicher Komplize, Soufien Ayari, vor Gericht. Der 24-jährige Tunesier bestätigte, dass er und Abdeslam sich am Tag der Razzia im Brüsseler Stadtteil Forest aufgehalten hätten - dort fand der Zugriff der Einsatzkräfte statt. Zuvor hätten sich die beiden Männer wochenlang in einer Wohnung versteckt gehalten, in der auch Waffen gelagert worden seien, sagte Ayari weiter aus.

Abdeslam und Ayari gelang bei der Razzia die Flucht. Drei Tage später wurden sie gefasst. Die Polizei hatte zuvor bereits monatelang nach den beiden Verdächtigen gefahndet. Abdeslam sitzt seitdem in Frankreich in Untersuchungshaft. Für die Zeit des Prozesses wurde er nach Nordfrankreich verlegt: in ein Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Lille. Der mutmaßliche Topterrorist soll von dort aus jeden Tag zum Justizpalast nach Brüssel gebracht werden.

Durch die Festnahme Abdeslams gerieten seine Komplizen in Panik, meinte der Chefankläger Fréderique van Looy. Die Terroristen sahen sich offenbar in die Enge getrieben. Das sei der Auslöser für die Brüsseler Terroranschläge gewesen.

Terrorprozess in Brüssel: Salah Abdeslam schweigt zu Vorwürfen
Holger Romann, BR Brüssel
05.02.2018 12:46 Uhr

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Mit Informationen von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichtete am 05. Februar 2018 NDR Info um 06:08 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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