Russische Raketen vom Typ S-400 während einer Militärparade in Moskau | Bildquelle: AFP

Trotz US- und NATO-Kritik Türkei kauft russisches Raketensystem

Stand: 12.06.2019 22:43 Uhr

Statt eines US-Systems hat die Türkei russische Luftabwehrraketen gekauft. Das bestätigte Präsident Erdogan laut der Agentur Reuters. USA und NATO sehen dadurch die Sicherheit gefährdet - und Washington zieht Konsequenzen.

Die Türkei hat das russische Luftabwehrraketen vom Typ S-400 gekauft. Die Raketen sollten im Juli geliefert werden, kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut der Agentur Reuters bei einer Veranstaltung seiner Partei AKP an.

Die Regierung in Washington hatte zuvor argumentiert, die Türkei könne nicht gleichzeitig die S400-Systeme aus Russland und F-35-Kampfflugzeuge des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin betreiben. Die USA hatte deshalb bereits die Ausbildung türkischer Piloten am US-Kampfjet F-35 gestoppt und die Lieferung von Ausrüstung für die F-35 ausgesetzt. Erdogan sagte jetzt, jeder werde zur Verantwortung gezogen, der die Türkei aus dem F-35-Programm ausschließen wolle.

Russen könnten Einblick in US-Technik bekommen

Konkret befürchten die USA, dass russische Techniker beim Aufstellen und Bedienen des S400-Systems im NATO-Staat Türkei auch Einblicke in die Technologie des US-Jets erhalten könnte. Zudem könnten das relativ neue F35-Flugzeug für Zielübungen genutzt werden und die dabei gewonnenen Daten an Russland gelangen. Die Regierung in Washington will, dass die Türkei statt der S-400-Raketen das US-Patriot-System erwirbt.

Kritik auch aus der NATO

Auch bei der NATO werden die Einkaufspläne der Mitgliedslands Türkei in Russland kritisch gesehen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg versuchte sich hinter den Kulissen stets als Vermittler, hielt sich bisher mit allzu deutlichen Worten in Richtung Ankara zurück - ganz anders US-Vize-Präsident Mike Pence, der unlängst auf der Münchner Sicherheitskonferenz von den europäischen NATO-Partner klare Positionen forderte.

Mit Informationen von Kai Küstner, NDR

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