Parlamentspräsident Cavaco Silva und die Außenminister der Niederlande, Ruud Lubbers, und Deutschlands, Hans-Dietrich Genscher, und der Präsident der EG-Kommission, Jaques Delors, am 7.2.1992 | Bildquelle: REUTERS

25 Jahre Maastricht-Vertrag Die Geburtsstunde der EU

Stand: 07.02.2017 11:21 Uhr

Aus einem Zweckbündnis sollten Blutsbrüder werden: Heute vor 25 Jahren wurde in Maastricht einer der wichtigsten europäischen Verträge unterzeichnet. Damit wurde unter anderem der Weg für eine gemeinsame Währung freigemacht.

Von Sabine Hackländer, ARD-Studio Brüssel

Verhängnisvoll oder wegweisend? So lautete schon damals die bange Frage, als sich Europas Politprominenz am 7. Februar 1992 in Maastricht versammelte. Immerhin sollte dort ein Vertrag unterzeichnet werden, der aus einem Zweckbündnis so etwas wie Blutsbrüder machen würde - so glaubte man damals zumindest. Für Deutschland waren Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Finanzminister Theo Waigel angereist. Sie wollten vollenden, was die Staats- und Regierungschefs der zu diesem Zeitpunkt gerade mal 12 Mitglieder zählenden Gemeinschaft mühsam ausgearbeitet hatten.

Schon damals zweifelten die Briten

"Wir haben in vielen Details der politischen Union den Durchbruch geschafft", so Bundeskanzler Helmut Kohl nach den zähen Verhandlungen, die auch damals schon vor allem von britischen Zweifeln geprägt waren. Doch Großbritanniens Fundamentalkritik am Zusammenwachsen Europas wurde, wenn schon nicht gebrochen, dann doch zumindest entschärft, ablesbar an Artikel 1 des Maastricht-Vertrages: "Dieser Vertrag stellt eine neue Stufe bei der Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker Europas dar, in der die Entscheidungen möglichst offen und möglichst bürgernah getroffen werden."

Gauck hält Rede zum 25. Jubiläum des Maastricht-Vertrages
tagesschau 20:00 Uhr, 07.02.2017, Bettina Scharkus, ARD Brüssel

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Deutsche, Franzosen, Holländer sollten Unionsbürger werden

Grundlegend neu war das feste Ziel, eine europäische Währung zu schaffen und das Versprechen, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in anderen Bereichen wie der Außen- und Sozialpolitik oder in Polizei- und Justizfragen zusammenzuarbeiten. Außerdem sollten die Menschen dieser Gemeinschaft nun nicht mehr nur Deutsche, Franzosen oder Holländer, sondern eben Unionsbürger sein, mit dem Recht, sich frei bewegen und niederlassen zu können sowie ein gesamt-europäisches Parlament zu wählen.

Geschichte EU: Vertrag von Maastricht | Bildquelle: picture alliance / dpa
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7. Februar 1992: Außenminister Genscher und Finanzminister Waigel unterzeichnen für Deutschland in Maastricht den Vertrag zur Gründung der Europäischen Union.

Doch der Vertrag von Maastricht wurde in fast allen EU-Ländern - wenn überhaupt - dann vor allem mit Sorge zur Kenntnis genommen, auch in Deutschland. Viele fürchteten eine Abwertung der D-Mark und schimpften auf Transferleistungen für Mitgliedsländer.

Der Vertrag von Maastricht

Der Vertrag von Maastricht gilt als einer der drei Gründungsverträge der EU. Er ermöglichte den Übergang von der Europäischen Gemeinschaft (EG) in die Europäische Union. Arbeitete die Staatengemeinschaft zunächst in erster Linie bei Wirtschaftsthemen zusammen, wurde sie durch den Maastricht-Vertrag auf eine deutlich breitere Basis gestellt. Durch ihn erfolgte der Einstieg in eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie eine Zusammenarbeit in der Justiz- und Innenpolitik. Und: Der Maastricht-Vertrag schuf die Grundlagen für die Einführung des Euro.

Nur Großbritannien lehnte gemeinsame Währung ab

In Dänemark scheiterte eine erste Volksabstimmung und auch in anderen Ländern brodelte es. Am Ende lehnte jedoch nur Großbritannien die gemeinsame Währung ab. Im Bundestag erklärte Finanzminister Waigel, wie der Wechsel von der D-Mark zum Euro von statten gehen werde: "Die starke deutsche Mark, wird durch die Währungsunion nicht abgeschafft. Zunächst können auch nach der unwiderruflichen Festlegung der Kurse, die deutsche Mark, der Gulden, der Franc und die anderen beteiligten Währungen noch eine Zeit nebeneinander bestehen bleiben."

Und Waigel sorgte dafür, dass die sogenannten Maastricht-Kriterien im Vertrag festgeschrieben wurden. Regeln, die eine hemmungslose Verschuldung der Staaten verhindern sollten, an die sich aber bekanntlich niemand so richtig gehalten hat, Deutschland inklusive. Nach Maastricht wurden die EU-Verträge übrigens noch zweimal erweitert, erst 1997 in Amsterdam und 2007 in Lissabon. Seitdem herrscht Stillstand. Die Zeit wäre reif für einen Neuanfang.

25 Jahre Maastrichter Vertrag
S.Hackländer, ARD Brüssel
07.02.2017 10:44 Uhr

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Über dieses Thema berichteten Inforadio am 07. Februar 2017 um 06:45 Uhr und die tagesschau um 17:00 Uhr.

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