Wirtschaftsministerin Zypries | Bildquelle: REUTERS

Streit über Russland-Sanktionen Zypries droht den USA

Stand: 31.07.2017 11:23 Uhr

Die US-Sanktionen gegen Russland sorgen nicht nur zwischen den Regierungen in Moskau und Washington für Streit, auch in Berlin ist man verärgert. Wirtschaftsministerin Zypries wirft den USA "völkerrechtswidriges" Verhalten vor und droht mit Gegenmaßnahmen.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat den USA wegen ihrer schärferen Russland-Sanktionen, die auch deutsche Firmen treffen könnten, mit Gegenmaßnahmen gedroht. Sie nannte die Strafmaßnahmen wegen ihrer Wirkung auch auf nicht-amerikanische Firmen "schlicht und ergreifend völkerrechtswidrig". "Die Amerikaner können nicht deutsche Unternehmen bestrafen, weil die sich in einem anderen Land wirtschaftlich betätigen", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

EU-Kommission prüft Gegenmaßnahmen

"Wir wollen natürlich keinen Handelskrieg", sagte die Ministerin. Allerdings sei richtig, dass die EU-Kommission jetzt Gegenmaßnahmen prüfe. Europa sei bereit, diese auch kurzfristig zu ergreifen, "auch auf anderen Gebieten". Die Chancen auf ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA beurteilte Zypries angesichts der jüngsten Entwicklung skeptisch. Insgesamt seien die US-Sanktionen gegen Russland "ein ernstes Thema für unseren Wirtschaftsstandort".

US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende angekündigt, er werde den Gesetzentwurf des US-Kongresses für schärfere Sanktionen gegen Russland unterzeichnen. Diese richten sich gegen wichtige Wirtschaftszweige, darunter auch den für das Land zentralen Energiesektor.

Zypries kritisiert US-Sanktionen als völkerrechtswidrig
M. Reiche, ARD Berlin
31.07.2017 16:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Juli 2017 um 06:03 Uhr.

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