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[Bildunterschrift: Fast 18 Jahre lang stand Zumwinkel an der Spitze der Post. ]
Der Rückzug von Post-Chef Klaus Zumwinkel ist parteiübergreifend begrüßt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete seinen Rücktritt als "unvermeidbar". "Ich glaube, es geht mir wie vielen Menschen in Deutschland: Das ist jenseits dessen, was ich mir habe vorstellen können, und was viele sich haben vorstellen können." Auch Finanzminister Peer Steinbrück reagierte erleichtert. "Ich habe diese Konsequenz von Herrn Zumwinkel für richtig erachtet, auch notwendig, um es ehrlich zu sagen, weil es der deutschen Öffentlichkeit nicht vermittelbar gewesen wäre, dass jemand, der zugibt, dass er dem Tatbestand der Steuerhinterziehung entspricht, in dieser Funktion bleibt."
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Werner Schnappauf, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er fürchte schwere Folgen des Skandals für das Ansehen der gesamten Wirtschaft. "Das ist für uns wie ein Tsunami, der geeignet ist, die Arbeit Hunderttausender rechtschaffender Unternehmer in Misskredit zu bringen." Jeder Einzellfall, in dem eine Führungskraft sich etwas zu Schulden kommen lasse, werde zu einer Hypothek für die Wirtschaftsordnung. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, sagte im Deutschlandfunk: "Man hat mitunter das Gefühl, dass gewisse Spielregeln für die da oben - ich sage das mal bewusst so - nicht mehr gelten."
Zumwinkel selbst sagte zur "Bild"-Zeitung, er werde sich "aktiv beteiligen" an der Aufklärung der Fragen zu seinen "privaten Finanzverhältnissen". Über seinen Rücktritt als Postchef zeigte er Bedauern: "Ich wollte eine neue Ära einleiten, aber mit einem anderen Übergang, als es jetzt geschieht." Die Deutsche Telekom bestätigte, dass Zumwinkel auch sein Aufsichtsratsmandat in dem Konzern niederlegen wird.
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Zumwinkel, der fast 18 Jahre an der Spitze der Post stand, galt als einer der angesehensten und mächtigsten deutschen Spitzenmanager. Regulär wäre sein Vertrag Ende des Jahres ausgelaufen. Formal soll der Post-Aufsichtsrat den Rücktritt Zumwinkels am Montag vollziehen.
[Bildunterschrift: Logistik-Vorstand Frank Appel: Wird er der neue Post-Chef? ]
Nachfolger Zumwinkels soll nach Informationen aus Regierungskreisen Logistikvorstand Frank Appel werden. Der 46-Jährige gilt als Ziehsohn und hausinterner Wunschkandidat von Zumwinkel. Appel wird nach einem raschen Aufstieg schon seit geraumer Zeit als "Kronprinz" gehandelt, auch wenn er dies selbst nicht gerne hört. Ebenso wie Zumwinkel und andere Post- Manager kam er vom Beratungsunternehmen McKinsey. Von allen Vorständen hat Appel auch den besten Überblick über das globale Geschäft des Konzerns.
Zumwinkel wird vorgeworfen, Gelder in einer liechtensteinischen Stiftung versteckt und so Steuern in Höhe von einer Million Euro hinterzogen zu haben. Ein Haftbefehl gegen den Postchef war am Donnerstag nach seiner Vernehmung durch die Bochumer Staatsanwaltschaft gegen eine hohe Kaution ausgesetzt worden.
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