Facebook-Chef Mark Zuckerberg  | Bildquelle: AFP

Facebook-Skandal Auch Zuckerberg-Daten abgegriffen

Stand: 11.04.2018 21:53 Uhr

Wieder hat Facebook-Chef Zuckerberg aussagen müssen - und wieder ging es um den Datenskandal. Von dem ist er, wie er einräumte, auch persönlich betroffen. Bei Cambridge Analytica räumt der Interimschef seinen Posten.

Den zweiten Tag in Folge hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Abgeordneten des US-Kongresses Rede und Antwort gestanden. Dabei kam heraus, dass in dem Skandal um das Unternehmen Cambridge Analytica auch Daten von Zuckerberg selbst abgegriffen wurden.

Das Firmenschild von Cambridge Analytica am Unternehmenssitz in London | Bildquelle: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shuttersto
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Informationen von Facebook-Nutzern wurden unrechtmäßig an Cambridge Analytica weitergereicht.

In einer Anhörung vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses sagte er auf eine Frage, dass auch seine Informationen an die Datenanalysefirma gegangen seien. Weitere Details dazu gab es nicht.

Bei der Anhörung erklärte Zuckerberg zudem, dass er von einer künftigen Regulierung ausgehe. Es sei "unvermeidbar, dass es irgendeine Art von Regulierung geben wird". Abgeordnete sollten aber bei Vorschlägen vorsichtig sein, sagte er. Größere Unternehmen wie Facebook hätten mehr Ressourcen, um sich an Vorschriften zu halten, als kleine Start-ups.

Bei der Befragung am Tag zuvor im Senat hatte Zuckerberg erstmals signalisiert, dass das weltgrößte Online-Netzwerk eine Bezahl-Variante ohne Werbung bekommen könnte. "Es wird immer eine kostenlose Version von Facebook geben", sagte er auf entsprechende Nachfragen und deutete mit dieser Wortwahl Alternativen an.

Er enthüllte zudem, dass Facebook-Mitarbeiter vom Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden, der eine mögliche russische Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 untersucht. Er selbst sei nicht darunter gewesen, erklärte Zuckerberg - und war sich nicht sicher, ob er wegen der Geheimhaltungsklauseln überhaupt darüber reden durfte.

US-Kongress setzt Befragung von Zuckerberg fort
tagesschau 20:00 Uhr, 11.04.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Cambridge Analytica: Interimschef geht

Unterdessen gibt der kommissarisch amtierende Chef von Cambridge Analytica seinen Posten nach nur drei Wochen wieder auf. Alexander Tayler werde in seinen vorherigen Job des Daten-Verantwortlichen zurückkehren, teilte das Unternehmen mit. Cambridge Analytica machte einen Zusammenhang mit dem aktuellen Facebook-Datenskandal deutlich: Tayler werde sich auf diverse technische Untersuchungen und Nachfragen fokussieren. Das Wall Street Journal meldet, sein Nachfolger an der Konzernspitze soll der bisherige Chef der britischen Cambridge-Analytica-Niederlassung, Julian Wheatland, werden.

Bei dem Skandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Der Daten-Zugriff für App-Entwickler ließ diesen breiten Einzug von Informationen von 2007 bis 2014 zu.

Bis zu 87 Millionen Nutzer betroffen

Nach Einschätzung von Facebook könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein - darunter potenziell von gut 70 Millionen Amerikanern. Facebook wusste seit Ende 2015 von der unerlaubten Datenweitergabe - gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass sie vernichtet worden seien und informierte die betroffenen Nutzer nicht. Das wird erst jetzt nachgeholt. Auf welchem Wege auch Zuckerbergs Informationen in den Datensatz kamen, wurde zunächst nicht bekannt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. April 2018 um 12:00 Uhr.

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