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Wirtschaft
GEMA-Streit: YouTube sperrt Musikvideos in Deutschland
Streit mit Verwertungsgesellschaft GEMA

YouTube sperrt Musikvideos in Deutschland

Die Google-Tochter YouTube sperrt alle Musikvideos auf seiner deutschen Website www.youtube.de. Das teilte YouTube-Manager Patrick Walker in einem Blog-Eintrag mit. Hintergrund ist der Streit mit der Verwertungsgesellschaft GEMA. Diese fordert, dass YouTube für jeden Abruf eines Musikvideos Geld zahlen solle.

Das deutschsprachige Videoangebot von YouTube war im November 2007 online gegangenen, nachdem ein komplizierter Streit um Urheberrechtsfragen mit der Verwertungsgesellschaft GEMA vorläufig gelöst worden war. Dieser Vertrag lief allerdings Ende März 2009 aus.

Grundlegende Auseinandersetzung zeichnet sich ab

YouTube-Bildschirm (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wegen des Streits mit der GEMA sperrt YouTube alle Musikvideos auf seiner deutschen Website. ]
GEMA-Sprecherin Bettina Müller sagte, ihre Organisation habe YouTube in einem ersten, unverhandelten Angebot einen Preis von einem Euro-Cent pro Abruf vorgeschlagen. Außerdem verlange die GEMA eine größere Transparenz über die Nutzung des Repertoires der Künstler, die von der GEMA vertreten würden. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, sagte: "Es zeichnet sich eine grundlegende Auseinandersetzung zwischen der GEMA und Google und seiner Tochtergesellschaft YouTube ab."

Google-Sprecher Kay Oberbeck nannte die Forderungen der GEMA "völlig inakzeptabel", da YouTube damit bei jedem Abspielen eines Videos Verluste machen würde. Die GEMA habe zunächst auf einen Listenpreis von zwölf Cent verwiesen. Aber auch der nun genannte Tarif von einem Cent sei nicht hinnehmbar und fünfmal teurer als in Großbritannien. Außerdem habe sich die GEMA geweigert, eine Liste der von ihr vertretenen Künstler zur Verfügung zu stellen.

Suche nach gütlicher Regelung

Wegen des Auslaufens der Vereinbarung und der damit verbundenen Unsicherheiten müsse man nun Musikvideos von Musik-Partnern bis auf weiteres auf YouTube in Deutschland sperren. Google und GEMA betonten jedoch auch, dass sie an einer gütlichen Regelung interessiert seien.

Anfang März hatte YouTube bereits eine Sperrung der Musikvideos auf seiner Site in Großbritannien veranlasst, da sich die Google-Tochter dort nicht mit der britischen Verwertungsgesellschaft Performing Rights Society einigen konnte.

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60.000 Mitgliedern, darunter Komponisten, Textautoren und Musikverleger, sowie von über einer Million Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.

Stand: 31.03.2009 21:30 Uhr
 

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