Yahoo legt erstmals seit Jahren beim Umsatz zu

Yahoo-Logo (Bildquelle: dapd)

Internet-Unternehmen präsentiert Geschäftszahlen

Erstes Yahoo-Umsatzplus seit Jahren

Rund ein halbes Jahr, nachdem sie von Google zum angeschlagenen Erzrivalen Yahoo gewechselt ist, kann Firmenchefin Mayer erste Erfolge vermelden. Erstmals seit Jahren legte das Internet-Unternehmen aufs Gesamtjahr gesehen beim Umsatz wieder zu. Ein Grund waren höhere Einnahmen aus der Suchmaschine.  

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Wenn für Firmenchefs ähnlich wie für Politiker bei Amtsantritt eine gewisse Schonfrist gilt, dann ist die für Marissa Mayer vorbei: Das Quartal von Oktober bis Dezember war das erste, dass sie als neue Yahoo-Chefin komplett zu verantworten hatte.

Entsprechend zufrieden zeigte sie sich in der Telefonkonferenz mit Journalisten mit dem gestiegenen Umsatz im vierten Quartal. Er stieg um zwei Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar (1 Mrd Euro). Und mehr noch: Im Gesamtjahr hat Yahoo seinen Umsatz gesteigert - das erste Mal seit 2008. Man habe noch viel Arbeit vor sich, aber man sehe erste positive Trends, so Mayer.

Weniger Displaywerbung

Marissa Mayer (Bildquelle: dapd)
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Yahoo macht Fortschritte unter Marissa Mayer.

Während die Resonanz auf Yahoos Bilanzzahlen insgesamt wohlwollend war, gab es auch ein paar kritische Stimmen - etwa Paul Meeks, Analyst bei Saturna Capital. Im Fernsehsender CNBC wies er darauf hin, dass Yahoo zehn Prozent weniger Anzeigen bei der sogenannten Displaywerbung verkaufen konnte, also Werbebanner auf den Yahoo-Webseiten: "Die Displaywerbung ist ein Barometer für die Zukunft des Unternehmens, und das Minus ein Grund zur Beunruhigung", sagte er.

Doch immerhin: Bei der Yahoo-Suchmaschine geht der Trend nach oben: Um elf Prozent ist die Zahl der "Paid Klicks" gestiegen. Yahoo kooperiert auf dem Gebiet mit Microsoft und verkauft prominent platzierte Links. Klicken die Nutzer darauf, klingelt bei Yahoo die Kasse.

Mayer setzt auf mobile Online-Nutzung

Die Zukunft von Yahoo sieht die Firmenchefin vor allem in der mobilen Online-Nutzung. Vor ein paar Tagen erklärte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos, dass da trotz aller Unkenrufe genug Geld zu machen sei. "Immer, wenn die Nutzer eine neue Technologie in so großem Umfang annehmen, dann folgen ihnen auch die Werbekunden. Wir brauchen aber mobile Werbung, die nicht stört, sondern einen Nutzwert hat - daran müssen wir jetzt arbeiten."

Dabei komme es auf die richtige Personalisierung an: "Es geht darum, die personalisierten Bewertungen zu nutzen, die die Leute ohnehin online abgeben. Wenn ich einen Artikel über erneuerbare Energie in Facebook gut finde, wenn ich zu dem Thema twittere, dann interessiert mich das vermutlich." Und entsprechend könnte Yahoo dann Anzeigen für Solaranlagen schalten. Auf diesen Dreh sind allerdings Mayers früherer Arbeitgeber Google und auch Facebook selbst schon gekommen.

Quartalszahlen und Jahresbilanz Yahoo
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
29.01.2013 08:39 Uhr

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Yahoo Mail und Flickr wurden aufpoliert

Daneben setzt Mayer auf Yahoos vorhandene Dienste. Yahoo Mail und die Fotoplattform Flickr hat sie als Zugpferde ausgemacht. Im Dezember wurden beide überarbeitet und sind jetzt vom Smartphone aus leichter zu bedienen. Nun will sie auch andere Angebote ihrer Firma aufmöbeln. Yahoo müsse wieder Teil des Alltags seiner Nutzer werden: "Um diese täglich nutzbaren Angebote haben wir uns zu wenig gekümmert. Yahoo Groups zum Beispiel wurde seit elf Jahren nicht erneuert - da können wir eine Menge erreichen."

Ein erster Schritt ist dafür sicher, dass die Yahoo-Mitarbeiter diese Dienste auch selbst nutzen - am besten mobil. Mayer hat dafür gesorgt, dass alle Yahoo-Angestellten ein Smartphone bekamen. Dabei drückt sie sogar ein Auge zu: Auch Modelle von Konkurrenten wie Google oder Apple sind erlaubt.

Dieser Beitrag lief am 29. Januar 2013 um 09:42 Uhr auf NDR Info.

Stand: 29.01.2013 08:36 Uhr

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