Yahoo-Logo | Bildquelle: dapd

Einbrechende Quartalszahlen Yahoo setzt den Rotstift an

Stand: 03.02.2016 02:28 Uhr

Es läuft nicht rund beim US-Internetkonzern Yahoo - ganz im Gegenteil: Das Unternehmen fährt Verluste ein und muss jetzt die Konsequenzen ziehen. Bis zu 1700 Jobs sollen gestrichen und Firmensitze geschlossen werden. Zudem sollen mehrere Geschäftsbereiche wegfallen.

Seit drei Jahren versucht Yahoo-Konzernchefin Marissa Mayer mittlerweile das Kerngeschäft ihres Unternehmens - die Online-Werbung - anzukurbeln. Sie setzte auf themenorientierte Websites, auf Videoinhalte wie Serien, doch der gewünschte Erfolg blieb immer aus.

Auch die Geschäftsbilanz aus dem vergangenen Quartal brachte keinen Aufwind: Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich minimal um 1,6 Prozent auf rund 1,27 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,16 Milliarden Euro).

Marissa  Mayer | Bildquelle: REUTERS
galerie

Marissa Mayer, Chefin von Yahoo, kann isher wenige Erfolge vorweisen.

Doch gleichzeitig fuhr Yahoo einen Verlust von 4,43 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) ein. Das teilte das Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Bereits im Vorjahr hatte der Internet-Pionier ein Minus von insgesamt 166,3 Millionen Dollar eingefahren.

Auslöser der hohen Verluste waren Firmenwert-Abschreibungen von 4,46 Milliarden Dollar auf das Geschäft in Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und bei der Blogplattform Tumblr.

Bis zu 1700 Jobs auf der Streichliste

Jetzt folgen die Konsequenzen. Der Konzern soll umgebaut werden, rund 15 Prozent der Arbeitsplätze sollen dabei wegfallen. So sollen etwa Yahoo-Büros in Mailand, Dubai, Buenos-Aires und Mexiko-Stadt geschlossen werden. Bis zu 1700 Jobs drohen wegzufallen - bis zum Jahresende will Yahoo nur noch 9000 Angestellte und 1000 externe Mitarbeiter beschäftigen. Gegenüber 2012 würde das ein Schrumpfen der Belegschaft um 42 Prozent bedeuten. Dadurch will das Unternehmen etwa 400 Millionen Dollar pro Jahr einsparen.

Durch den Verkauf von Firmenanteilen will Yahoo sogar noch bis Jahresende bis zu drei Milliarden Dollar einfahren. Dazu sollen Bereiche abseits des Kerngeschäftes zählen, etwa Patente oder Immobilien. Der Yahoo-Verwaltungsrat solle "strategische Vorschläge" für weitere Einsparungen prüfen, hieß es aus dem Konzern weiter.

Fest steht schon jetzt: Yahoo will "eine aggressive Strategie zur Vereinfachung" des Unternehmens fahren, kündigte Konzernchefin Mayer an. Künftig will sich Yahoo auf seine drei großen Plattformen Yahhoo Search, Yahoo Mail und Tumblr konzentrieren. Zudem will sich der Betrieb auf die Themenbereiche Nachrichten, Sport, Finanzen und Lifestyle beschränken.

Außerdem will sich Yahoo von seinem verbliebenen Anteil am chinesischen Online-Riesen Alibaba trennen. Im Dezember hatte Yahoo bekannt gegeben, dass das bisherige Internet-Kerngeschäft in eine neue Firma ausgelagert werden solle und somit zwei börsennotierte Unternehmen entstehen sollten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2016 um 09:30 Uhr.

Darstellung: