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Nach der wochenlangen Diskussion um Erotik-Titel im Angebot des katholischen Weltbild-Verlages will sich die Kirche so schnell wie möglich von dem Unternehmen trennen. Das Unternehmen solle "ohne jeden Verzug entschlossen" veräußert werden, teilte Weltbild mit. Die Gesellschafter hätten die Geschäftsführung mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt.
[Bildunterschrift: Ist der Kirche zu erotiklastig: Weltbild-Verlag in Augsburg ]
Laut Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) ist es der Geschäftsführung nicht gelungen, die "internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich sowie im Bereich der Unternehmensbeteiligungen hinreichend zu unterbinden". Die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter habe darunter gelitten. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte am Wochenende gefordert, die Kirche müsse sich von dem Unternehmen "radikal trennen".
Der Augsburger Medienkonzern war in die Kritik geraten, weil er im Internet auch Erotik-Literatur mit Titeln wie "Schlampen-Internat" vertrieb. Zwar verschwanden solche Titel inzwischen aus dem Angebot, doch die Kritik hielt an. Auch Papst Benedikt XVI. schaltete sich in die Diskussion ein. Er mahnte, dass es an der Zeit sei, die "Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken". Der Heilige Stuhl werde darauf achten, "dass der notwendige Einsatz gegenüber diesen Missständen seitens der katholischen Kirche in Deutschland vielfach entschiedener und deutlicher erfolgt".
Der Verlag mit rund 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Er zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an Internet-Firmen und den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.
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