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Insolvenzantrag gestellt Katholischer Weltbild-Verlag ist pleite

Stand: 23.07.2015 18:16 Uhr

Der angeschlagene katholische Weltbild-Verlag steht vor dem Aus. Er stellte laut eigenen Angaben einen Insolvenzantrag. Auslöser sei vor allem ein Umsatzrückgang in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2013/14. Auch angesichts der in den kommenden drei Jahren erwarteten niedrigeren Erlöse habe sich der Finanzierungsbedarf für die Sanierung des Unternehmens verdoppelt. "Gestern hat sich entgegen der Erwartung der Geschäftsführung herausgestellt, dass die notwendige Finanzierung nicht zur Verfügung stehen wird", hieß es in der Mitteilung.

Weltbild | Bildquelle: dpa
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Die Weltbild-Filialen sind nicht von der Insolvenz betroffen. Sie gehören zu einer Tochtergesellschaft von Weltbild und Hugendubel.

Die Insolvenz betreffe nur die Verlagsgruppe, jedoch nicht die Filialen und die Gesellschaften in Österreich und der Schweiz. Dieses Geschäft betreibt Weltbild in einer gemeinsamen Tochterfirma mit dem Buchhändler Hugendubel. Ebenfalls nicht betroffen sei der Internetbuchhändler bücher.de. Der Weltbild-Verlag beschäftigt mehr als 6000 Menschen, etwa die Hälfte arbeitet in den Filialen.

Eigentümer des traditionsreichen Verlags sind unter anderem zwölf katholische Bistümer. Weltbild begründete die Insolvenz auch damit, dass die Eigentümer nicht bereit gewesen sein, den gestiegenen Finanzbedarf des Unternehmens in den kommenden Jahren zu decken.

Der Betrieb solle zunächst weiterlaufen. Zum Insolvenzverwalter wurde Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz bestimmt. Dessen Kanzlei hatte unter anderem die Schlecker-Pleite verwaltet.

Ver.di kritisiert Kirche: "Widerlicher geht es eigentlich nicht"

Die Gewerkschaft ver.di bezeichnete den Insolvenzantrag als Tragödie und griff die Kirche scharf an. "Jahrelang fette Gewinne abschöpfen und sich so die Prunkbauten mitfinanzieren lassen und dann, wenn die Belegschaft Hilfe braucht, zugesagte Gelder wieder streichen. Widerlicher geht es eigentlich nicht", sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär in Augsburg, Thomas Gürlebeck. Die Kirche praktiziere Kapitalismus in Reinkultur. "Wir werden es nicht zulassen, dass die Bischöfe sich so aus der Verantwortung stehlen", kündigte er an.

Betriebsratschef Peter Fitz sagte, das Unternehmen sei zukunftsfähig. Gemeinsam mit ver.di werde man um die Arbeitsplätze kämpfen.

Weltbild-Verlag stellt Insolvenzantrag
tagesschau 20:00 Uhr, Thomas Schorr, BR

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