Harvey Weinstein | Bildquelle: AP

Übernahme Frauen sollen Weinstein-Firma führen

Stand: 02.03.2018 10:35 Uhr

Gibt es doch noch ein Happy End für die Produktionsfirma des gefallenen Hollywood-Moguls Weinstein? Ein Investor will die Firma übernehmen und eine neue Unternehmenskultur einführen - mit Frauen an der Spitze.

Die vor der Insolvenz stehende Produktionsfirma des ehemaligen Hollywood-Moguls Harvey Weinstein hat nun doch einen Investor gefunden. Es sei eine Übereinkunft zur Übernahme der Weinstein Company erzielt worden, teilte eine Investorengruppe unter Leitung von Maria Contreras-Sweet und dem Milliardär Ron Burkle mit. Beide wollen eine völlig neue Unternehmenskultur einführen.

Mehrheitlich Frauen im Vorstand

Die Firma werde ihre Lehren aus der #MeToo-Debatte ziehen, erklärte Contreras-Sweet. Geplant sei ein neues Studio mit einem neuen Vorstand, der sich mehrheitlich aus "unabhängigen Frauen" zusammensetze. Contreras-Sweet versprach, rund 150 Arbeitsplätze zu retten, mittelständische Gläubiger auszuzahlen sowie einen Entschädigungsfonds zu schaffen.

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman | Bildquelle: AFP
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Der New Yorker Staatsanwalt Schneiderman verklagt Weinstein.

Weinsteins langjähriger Firma drohte in Folge des Sexskandals um den Hollywood-Produzenten die Pleite. Vor knapp drei Wochen stand sie schon einmal kurz vor dem Verkauf an die Gruppe um Contreras-Sweet. Die Übernahme wurde jedoch von einer Klage des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman erschwert, die sich gegen Harvey Weinstein, dessen Bruder Bob und die Weinstein Company richtet.

Staatsanwaltschaft fordert personellen Neuanfang

Schneiderman wirft dem Unternehmen jahrelange Versäumnisse beim Schutz von Mitarbeiterinnen vor sexueller Belästigung vor. Mit der Klage wollte er nach eigenen Angaben sicherstellen, dass die Opfer entschädigt und Angestellte geschützt würden und sich weder Täter noch Mitwisser "unberechtigterweise bereichern" könnten. Vor allem forderte er, dass dem neuen Vorstand keine Manager mehr angehören dürften, die für die alte Unternehmenskultur mitverantwortlich waren.

Die Staatsanwaltschaft begrüßte die Vereinbarung. Man werde vor der endgültigen Unterzeichnung des Übernahmevertrags sicherzustellen, dass "alle Parteien ihre Zusagen einhalten", erklärte Schneidermans Büro. Die Klage gegen die Weinstein Company werde weiter aufrecht gehalten.

Monatelange Verhandlungen

Maria Contreras-Sweet steht vor einer amerikanischen Flagge (Archivfoto aus dem Januar 2014). | Bildquelle: AP
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Maria Contreras-Sweet arbeitete bereits unter US-Präsident Obama (Archivbild aus dem Januar 2014).

Contreras-Sweet war unter US-Präsident Barack Obama für kleine und mittelständische Unternehmen zuständig. Sie führt bereits seit dem Herbst Verhandlungen mit der Weinstein Company.

Am vergangenen Sonntag sah es zunächst so aus, als seien die Verhandlungen mit der Investorengruppe endgültig gescheitert. Daraufhin hatte der Vorstand der Weinstein Company angekündigt, in den Konkurs zu treten.

Mehr als 100 Frauen beschuldigen Weinstein

Weinstein war kurz nach Bekanntwerden der ersten Missbrauchsvorwürfe im vergangenen Oktober von seiner Produktionsfirma entlassen worden. Inzwischen werfen mehr als 100 Frauen - darunter zahlreiche Stars wie Ashley Judd, Salma Hayek und Uma Thurman - dem 65-Jährigen vor, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben.

Robert Rodriguez, Quentin Tarantino, Uma Thurman und Harvey Weinstein nach der Premiere von "Kill Bill Vol. 2" im Jahr 2004 | Bildquelle: AFP
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Auch Uma Thurman (2. v. r.) beschuldigt Weinstein (r.) - hier auf der Premiere von "Kill Bill Vol. 2" im Jahr 2004.

Weinstein beteuert bis heute, keine sexuelle Gewalt gegen Frauen angewandt zu haben. Er räumte lediglich ein, sich gegenüber Kolleginnen unangemessen verhalten zu haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26.Februar 2018 um 23:36 Uhr.

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