Demonstrant des öffentlichen Dienstes bei den Warnstreiks am 27.4.2016.  | Bildquelle: dpa

Öffentlicher Dienst Warnstreiks vor Ostern

Stand: 13.03.2018 18:18 Uhr

Die Gewerkschaften haben massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor Ostern angekündigt. Auch Flughäfen sollen von dem Ausstand betroffen sein - allerdings nicht in den Ferien.

Die Menschen in Deutschland müssen sich noch vor Ostern auf massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen. Im Tarifstreit für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen war die zweite Verhandlungsrunde in Potsdam ohne Annäherung geblieben. Die Ausstände sollten in der gesamten Breite des betroffenen öffentlichen Dienstes der Kommunen und des Bundes stattfinden.

Auch Flughäfen dürften betroffen sein, wenn auch nicht direkt in den Ferien. Bodenverkehrsdienste bei den Flughäfen gehören den Kommunen an. "Ich glaube nicht, dass die Osterferien jetzt der geeignete Zeitpunkt sind, aber dass es zu Aktivitäten auch an den Flughäfen kommen wird, davon ist auszugehen", sagte ver.di-Chef Frank Bsirske. Er hob zudem die Sparkassen hervor. Die hätten sich laut Bsirske bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter besonders hart gezeigt.

Vor den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst gibt Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske ein Interview. | Bildquelle: dpa
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ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske: Warnstreiks vor Ostern

Abschluss im April?

Verhandelt wird ansonsten unter anderem für Erzieher und Sozialarbeiter, Mitarbeiter von Müllabfuhren, Straßenreinigungen, Krankenhäusern und Stadtverwaltungen, außerdem für Feuerwehrleute, Straßenwärter und Bundespolizisten.

Die Ausstände würden wohl bis zur abschließenden Verhandlungsrunde am 15. und 16. April andauern, so Bsirske. Die Spitzenvertreter der Arbeitgeber zeigten sich zuversichtlich, in der Aprilrunde zum Abschluss zu kommen. Enttäuscht zeigte sich der Chef des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach: "Wir drehen Schleifen ohne Ende." Deswegen kündigte er an, den Druck erhöhen zu wollen.

Sechs Prozent mehr Lohn

ver.di und dbb fordern unter anderem sechs Prozent mehr Lohn und mindestens 200 Euro mehr im Monat. Auch die unteren und mittleren Lohngruppen sollten an der guten Konjunkturentwicklung teilhaben können, begründete Bsirkse die 200-Euro-Forderung. Aber: "Dieser Mindestbetrag stößt auf kategorische Ablehnung der Arbeitgeber, und an diesem Punkt sind wir fundamental auseinander."

Der Präsident der kommunalen Arbeitgebervereinigung VKA, Thomas Böhle, sagte: "Wir haben in wichtigen Punkten Annäherungen erzielt, wir sind in anderen noch weit auseinander."  Viele Städte steckten in finanziellen Problemen, Krankenhäuser hätten mit einem Kostendeckel umzugehen. "Das gilt es alles unter einen Hut zu bringen", sagte Böhle.

Über dieses Thema berichteten am 13. März 2018 NDR Info um 17:15 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 17:40 Uhr in der Wirtschaft.

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