Eine Tafel an der New Yorker Börse zeigt den Kursverlauf des Tages.  | Bildquelle: AP

Wall Street Börsenrallye nach dem Absturz

Stand: 07.02.2018 01:52 Uhr

Nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Tage haben sich die Börsianer an der Wall Street am Dienstag wieder auf Aktien gestürzt. Experten sprechen gar von einer Rallye zum Börsenschluss.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Gestartet war der Dow Jones mit über 500 Punkten im Minus - dann hat er sich auf eine Berg- und Talfahrt gemacht. Zu Börsenschluss lagen alle drei Leitindizes an der Wall Street im grünen Bereich. Der Dow Jones schloss mit knapp 570 Punkten Zuwachs, das entspricht - nach den Verlusten und dem Schrecken vom Vortag - einer Steigerung um 2,3 Prozent. Der Wirtschaftssender Bloomberg sprach nach dem Ausverkauf vom Wochenauftakt nun gar von einer Rallye in den letzten Handelsminuten.

Experten in Erklärungsnot

Investment-Banker John Lynch sagte rückblickend, es sei eine verrückte Zeit gewesen und vielleicht versuche der Markt nun schlicht, wieder Fuß zu fassen. Selbst Experten zeigten sich in Erklärungsnot: Jay Clayton, Chef der US-Börsenaufsicht SEC, sagte, er kenne den Grund für die Kursverluste nicht. Alles deute darauf hin, dass die Finanzmärkte normal funktionierten.

Händler an der Wall Street | Bildquelle: AFP
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Vielen Experten fällt es schwer, das Auf und Ab der Aktienmärkte zu erklären.

Angesichts der guten Wirtschaftsdaten in den USA mit einem florierenden Arbeitsmarkt und steigenden Löhnen schien der Einbruch zunächst nicht ins Bild zu passen. Die Zahlen lösten aber offenbar die Sorge aus, dass die Zentralbank die Leitzinsen schneller anheben könnte als erwartet, was Aktien weniger attraktiver machen würde. James Bullard von der Zentralbank in St. Louis hat jetzt dagegen gehalten: Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt müssten sich nicht direkt in einer höheren Inflation niederschlagen.

Computerprogramme für Auf und Ab verantwortlich

Der Wirtschaftssender CNN Money kommentierte zudem, nicht Menschen, sondern Maschinen seien für den "wilden Ritt" an der Wall Street verantwortlich. An normalen Handelstagen würden Computer etwa die Hälfte der Transaktionen vornehmen, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht seien. An schwankungsreichen Tagen könnte der Wert auf bis zu 90 Prozent steigen - und die einander ähnlichen Programme starke Dynamiken bewirken.

Der US-Leitindex Dow Jones hatte am Montag zeitweise fast 1600 Punkte verloren, so viel wie noch nie in seiner Geschichte.

Berg- und Talfahrt – Die Wallstreet nach dem Schrecken vom Montag
Kai Clement, ARD New York
07.02.2018 01:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2018 um 21:00 Uhr.

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