F-16 Kampfjet Lockheed Martin | Bildquelle: dpa

Neue SIPRI-Studie Waffenverkäufe gehen weltweit zurück

Stand: 05.12.2016 01:27 Uhr

Zum fünften Mal in Folge ist der Umsatz der 100 größten Rüstungskonzerne der Welt gesunken. Vor allem amerikanische Firmen verkauften weniger Waffen. In Westeuropa allerdings brummte das Geschäft, meldet das Friedensforschungsinstitut SIPRI.

Trotz der vielen militärischen Konflikte und politischen Spannungen weltweit sind die Waffenverkäufe 2015 das fünfte Jahr in Folge zurückgegangen. Nach einem Bericht des Friedensforschungsinstituts SIPRI in Stockholm haben die 100 größten Rüstungsproduzenten Waffen und militärische Dienstleistungen für insgesamt 370,7 Milliarden US-Dollar (350 Milliarden Euro) verkauft. Das sind 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Als einen Indikator für Abrüstung will SIPRI die Entwicklung aber nicht sehen. Vielmehr habe sich der Rückgang abgeschwächt und könnte ein Signal für eine Trendwende sein, heißt es in dem Bericht. 

Amerikanische Unternehmen verkaufen weniger

Knapp zwei Drittel (209,7 Milliarden US-Dollar) der Rüstungseinnahmen gingen an amerikanische Unternehmen, auch wenn sie fast drei Prozent weniger verkauften. "Lockheed Martin bleibt der größte Waffenproduzent der Welt", sagte Aude Fleurant, Direktorin des Waffen- und Militärausgabenprogramms von SIPRI. Allerdings hätten Verzögerungen bei Lieferungen von Großwaffensystemen, die Deckelung der amerikanischen Militärausgaben und die Stärke des US-Dollars den Export negativ beeinflusst.

Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI)

Anlässlich einer 150-jährigen Friedensperiode in Schweden wurde 1966 die Forschungseinrichtung SIPRI gegründet. Diese widmet sich seitdem der Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Abrüstung und Rüstungskontrolle. Einen Großteil der Finanzierung übernimmt der schwedische Staat. Seit 1969 veröffentlicht SIPRI mit seinem international besetzten Mitarbeiterstab Forschungsberichte.

Große Exporte nach Ägypten und Katar

Die westeuropäischen Waffenverkäufe sind nach einem Rückgang in 2014 im Jahr 2015 um 6,6 Prozent angestiegen. Der Umsatz betrug 95,7 Milliarden US-Dollar (90 Milliarden Euro). Verantwortlich dafür sind vor allem die Franzosen. "Große Waffenexporte wie nach Ägypten und Katar haben den Umsatz der französischen Rüstungsfirmen erhöht", sagte Fleurant. So hätte der Produzent Dassault Aviation Group eine Absatzsteigerung von fast 70 Prozent verzeichnen können.

Auch deutsche und russische Unternehmen steigern Verkäufe

Die drei in den Top 100 gelisteten deutschen Unternehmen erhöhten ihren Umsatz gemeinsam um 7,4 Prozent. Auch die russischen Produzenten steigerten ihre Verkäufe (insgesamt 6,2 Prozent), vor allem um den Bedarf im eigenen Land zu decken. Die Produktion kurbelte im vergangenen Jahr vor allem Südkorea an, das seinen Anteil an den Gesamtverkäufen der Top 100 auf fast zehn Prozent steigern konnte.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Dezember 2016 um 06:23 Uhr

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