F22-Bomber der US-Luftwaffe | Bildquelle: dpa

SIPRI-Bericht für das Jahr 2014 Konzerne verkaufen weniger Waffen

Stand: 14.12.2015 03:34 Uhr

Zum vierten Mal in Folge ist der Umsatz der 100 größten Rüstungskonzerne der Welt gesunken. Gegen den Trend hätten aber russische und deutsche Firmen 2014 mehr Waffen verkauft als im Vorjahr, berichtete das Friedensforschungsinstitut SIPRI.

Die Waffenverkäufe der 100 größten Rüstungskonzerne der Welt sind auch 2014 gesunken. Der Umsatz dieser Firmen sei um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 401 Milliarden US-Dollar geschrumpft, berichtete das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI. Dies war der vierte Rückgang hintereinander. Die Friedensforscher führen die Entwicklung darauf zurück, dass führende Unternehmen in den USA und Westeuropa weniger Waffen und Militärausrüstung verkauften. Dagegen steigerten Rüstungsunternehmen in anderen Teilen der Welt ihre Umsätze.

An der Spitze der Liste der 100 führenden Waffenverkäufer steht weiter der US-Konzern Lockheed Martin mit einem Umsatz von 37,5 Milliarden Dollar vor Boeing mit 28,3 Milliarden Dollar. Auf dem dritten Platz folgt das britische Unternehmen BAE Systems mit 25,7 Milliarden Dollar. Nach wie vor seien die zehn größten Waffenkonzerne in den USA und Westeuropa ansässig. Ihr Gesamtumsatz habe im vergangenen Jahr 49,6 Prozent der globalen Verkäufe betragen, so der SIPRI-Bericht. Konzerne aus China führt das Friedensforschungsinstitut mangels verlässlicher Daten nicht im Bericht auf.

Russische Rüstungskonzerne steigern Verkaufszahlen

Russische Rüstungskonzerne steigerte im vergangenen Jahr entgegen dem internationalen Trend ihre Waffenverkäufe deutlich. SIPRI beziffert das Umsatzwachstum bei den russischen Hersteller auf mehr als 48 Prozent. "Russische Unternehmen reiten auf der Welle der zunehmenden nationalen Militärausgaben und Exporte mit", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman. Die Zahl der russischen Produzenten in der Liste der 100 größten Rüstungsunternehmen stieg demnach von neun auf elf.

Auch deutsche Rüstungskonzerne verbuchten gegen den Trend ein Umsatzplus von mehr als neun Prozent. Den Forschern zufolge lag das vor allem an einem starken Umsatzwachstum bei dem Industriekonzern ThyssenKrupp, der in der globalen Liste auf Rang 42 liegt. Rheinmetall rangiert mit knapp drei Milliarden Dollar Umsatz auf dem 31. Platz, Krauss-Maffei Wegmann wird mit rund 940 Millionen Dollar auf Rang 83 geführt.

Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI)

Anlässlich einer 150-jährigen Friedensperiode in Schweden wurde 1966 die Forschungseinrichtung SIPRI gegründet. Diese widmet sich seitdem der Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Abrüstung und Rüstungskontrolle. Einen Großteil der Finanzierung übernimmt der schwedische Staat. Seit 1969 veröffentlicht SIPRI mit seinem international besetzten Mitarbeiterstab Forschungsberichte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Dezember 2015 um 16:00 Uhr.

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