Ein ''Leopard 2 A6'' der Bundeswehr während eines Manövers 2011 | Bildquelle: dapd

Neue SIPRI-Studie Weltweiter Waffenhandel nimmt zu

Stand: 22.02.2016 02:55 Uhr

Das Geschäft mit dem Waffenhandel wächst weltweit. Eine neue Studie des Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigt, dass vor allem im Nahen Osten kräftig aufgerüstet wird. Saudi-Arabien steigerte seine Importe in den vergangenen fünf Jahren um 275 Prozent.

Der Handel mit Waffen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI teilte mit, die Rüstungsverkäufe zwischen 2011 und 2015 seien im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 14 Prozent gewachsen.

Größter Exporteur blieben zwischen 2011 und 2015 mit Abstand die USA mit einem Weltmarktanteil von 33 Prozent, gefolgt von Russland (25 Prozent), China (5,9 Prozent), Frankreich (5,6 Prozent) und Deutschland (4,7 Prozent). Gemeinsam stehen die Länder für rund drei Viertel der internationalen Rüstungsexporte.

Die USA bauten ihre Position weiter aus: Im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2006 und 2010 wuchs der Marktanteil von US-Rüstungsexporten um vier Prozentpunkte. Auch Russland steigerte seine weltweiten Rüstungsexporte. Dabei sei die Entwicklung in den Jahren 2014 und 2015 wegen der Sanktionen des Westens gegen das Land infolge des Ukraine-Konflikts schwächer gewesen, so die SIPRI-Studie.

Saudische F-15-Kampfflugzeuge | Bildquelle: AFP
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Saudische F-15-Kampfflugzeuge: Das Land hat seine Rüstungsimporte in den vergangenen Jahren massiv gesteigert.

Deutlicher Anstieg der Importe im Nahen Osten

Was die Einfuhren angeht, sind in den Nahen Osten in den vergangenen fünf Jahren deutlich mehr Rüstungsgüter importiert worden. Die Region führte im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2006 und 2010 fast zwei Drittel mehr Waffen ein.

Saudi Arabien steigerte seine Importe in dieser Zeit um 275 Prozent. Mit einem Weltmarktanteil von sieben Prozent ist das Land zweitgrößter Importeur nach Indien (14 Prozent) und vor China (4,7 Prozent). Große Empfänger sind auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, die ihre Importe um 35 Prozent beziehungsweise 279 Prozent steigerten.

Starker Anstieg der globalen Waffengeschäfte verzeichnet
tagesschau 17:00 Uhr, 22.02.2016, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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"Trotz niedriger Ölpreise werden die großen Waffenlieferungen in den Mittleren Osten wie geplant weitergehen, und zwar als Teil von Verträgen, die in den vergangenen fünf Jahren unterzeichnet worden sind", erklärte SIPRI-Experte Pieter Wezeman.

In Afrika lag das Plus beim Import von Waffen und Rüstungsgütern zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zum Fünfjahreszeitraum davor bei 19 Prozent. Die drei größten Abnehmer auf dem Kontinent waren Algerien, Marokko und Uganda.

Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI)

Anlässlich einer 150-jährigen Friedensperiode in Schweden wurde 1966 die Forschungseinrichtung SIPRI gegründet. Diese widmet sich seitdem der Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Abrüstung und Rüstungskontrolle. Einen Großteil der Finanzierung übernimmt der schwedische Staat. Seit 1969 veröffentlicht SIPRI mit seinem international besetzten Mitarbeiterstab Forschungsberichte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Februar 2016 um 12:15 Uhr.

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