Eine US-Flagge spiegelt sich in einem VW-Logo. | Bildquelle: dpa

Prozess um Abgas-Skandal in USA VW-Manager bekennt sich schuldig

Stand: 04.08.2017 17:15 Uhr

Bislang hatte der VW-Manager Schmidt stets bestritten, in den Abgas-Skandal in den USA verwickelt zu sein - nun legte er vor Gericht jedoch ein Geständnis ab. Andernfalls hätte ihm eine lebenslange Haftstrafe drohen können.

Der VW-Manager Oliver Schmidt hat im Prozess in den USA eine Mittäterschaft im Abgas-Skandal eingeräumt. Er muss sich wegen Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten und Verstößen gegen Umweltauflagen vor Gericht verantworten.

VW-Manager Oliver Schmidt aufgenommen von einem Fotografen der Polizei nach seiner Festnahme in den USA. | Bildquelle: AP
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VW-Manager Oliver Schmidt aufgenommen von einem Fotografen der Polizei nach seiner Festnahme in den USA.

Von Februar 2012 bis zum März 2015 war Schmidt in den USA in einer leitenden Position im Konzern des Autobauers tätig. Er war für die Abstimmung mit den Umweltbehörden zuständig. Im September 2015 dann der große Knall: Nach Vorwürfen durch die US-Umweltbehörde räumt VW ein, die Emissionswerte in Abgastests manipuliert und so geschönt zu haben.

Wenige Monate später wurde Schmidt in Miami vom FBI festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Doch Schmidt streitet beständig ab, in den Skandal involviert gewesen zu sein. Nun die Kehrtwende vor Gericht.

Neun von elf Anklagepunkten fallengelassen

Hinter dem Sinneswandel steht wohl das Strafmaß, das sich durch das Schuldbekenntnis extrem reduziert. Neun von elf Anklagepunkten wurden fallen gelassen. Schmidt drohen jetzt noch eine Gefängnisstrafe von höchstens sieben Jahren und Geldbußen von bis zu 500.000 Dollar. Hätte Schmidt auf einen Freispruch gepocht, hätten ihm im Höchstfall 169 Jahre Haft gedroht. Das Urteil im Prozess soll am 6. Dezember fallen.

Schmidt ist einer von sechs VW-Managern, die in den USA angeklagt sind. Er ist jedoch der Einzige, der vor Gericht steht. Er wurde im Januar nach einem Urlaub in Florida festgenommen. Die anderen fünf VW-Manager halten sich nicht in den USA auf. Sie müssen auch keine Auslieferung fürchten.

Mit Informationen von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. August 2017 um 17:00 Uhr.

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