VW-USA-Chef Michael Horn | Bildquelle: REUTERS

US-VW-Chef zur Befragung im Kongress Eine Entschuldigung wird nicht reichen

Stand: 08.10.2015 04:27 Uhr

Dem Chef von VW in den USA, Horn, steht heute ein schwerer Gang bevor. Im Abgas-Skandal muss er dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. "Aufrichtig entschuldigt" hat er sich bereits. Doch die Abgeordneten haben viele Fragen - und sie erwarten Antworten.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Hörfunkstudio Washington

Vielleicht wollte Michael Horn den US-Abgeordneten schon ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Denn bereits am Vorabend vor der Kongressanhörung ließ Horn die wesentlichen Passagen seiner Erklärung veröffentlichen: "Im Namen unseres ganzen Unternehmens und meiner Kollegen in Deutschland möchte ich eine aufrichtige Entschuldigung anbieten", beteuert der VW-Manager und verspricht: "Wir werden mit allen zuständigen Behörden voll kooperieren." VW übernehme die volle Verantwortung, benötige aber noch Zeit, um alle Aspekte des Falls zu untersuchen.

"Wir haben es total vermasselt"

Schon unmittelbar nach Aufdeckung des Skandals hatte Horn offen eingeräumt: "Unser Unternehmen war unehrlich. Oder wie wir in Deutschland sagen: wir haben es total vermasselt!"Dieses Eingeständnis allein wird den Abgeordneten im zuständigen Ausschuss für Energie und Wirtschaft wohl kaum ausreichen. Wenn Unternehmens-Manager im Kongress gegrillt werden, folgt die Befragung meist einem bestimmten Ritual. Zunächst müssen die mächtigen Manager Abbitte leisten, sich beim amerikanischen Volk entschuldigen und volle Aufklärung versprechen.

Sandra Ratzow, ARD Washington, zur Befragung des US-VW-Chefs Horn im Kongress
ARD-Morgenmagazin, 08.10.2015

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Ein Trommelfeuer an Fragen

Nach der Buße folgt jedoch keineswegs die Absolution, sondern meist beginnt dann ein Trommelfeuer kritischer Fragen. Die stellvertretende Ausschussvorsitzende, die Republikanerin Marsha Blackburn kündigt schon mal an: "Wir wollen vor allem herausfinden, was genau passiert ist und ob es mit Absicht geschah." Wer gab den Anstoß zum Einsatz der Manipulations-Software? Wird mit ihr auch bei anderen Schadstoff-Werten betrogen? Wusste das oberste Management davon? Wie will VW die Kunden entschädigen? Auf viele dieser Fragen wird Michael Horn um Geduld bitten.

Prominente Vorgänger: Manager von GM und Credit Suisse

Wenn er jedoch zu sehr mauert, könnte der Schuss nach hinten losgehen. So wie in der Kongressanhörung zum Zündschloss-Skandal bei General Motors im April 2014. Auf Anraten ihrer Juristen antwortete GM-Chefin Mary Barra gebetsmühlenartig: "Ich weiß es nicht. Deswegen ermitteln wir ja selbst." "Was wissen Sie denn überhaupt?", platzte der demokratischen Senatorin Barbara Boxer daraufhin der Kragen: "Sie sind doch eine wirklich wichtige Person in diesem Konzern. Das ist schockierend!"

Und als im Februar 2014 die führenden Manager der Schweizer Bank Credit Suisse sich immer hinter dem Schweizer Bankengeheimnis verstecken wollten, kündigte Senator Carl Levin selbstbewusst an, dann müsse das Bankengeheimnis eben beendet werden: "Wir werden uns die Schweizer Regierung vorknöpfen. Das ist einfach nicht haltbar. Wenn Sie in Amerika Geschäfte machen wollen, dann müssen Sie unseren Gesetzen folgen."

Harte Fragen wohl auch an die EPA

Doch nicht nur Horn sitzt heute im Kongressausschuss auf der Anklagebank. Auch Vertreter der Umweltschutzbehörde EPA müssen sich kritische Fragen gefallen lassen: Warum blieb die Abgas-Manipulation so lange unentdeckt? Warum waren es unabhängige Forscher und nicht die Umweltbehörde, die dem Skandal auf die Spur kamen? Die bisherigen Kontrollen der EPA waren viel zu lasch, kritisiert die Republikanerin Blackburn: "Wenn man schon ein Gesetz in Kraft setzt, dann muss man auch sicherstellen, dass es überprüft wird und es im Falle von Verstößen Strafen gibt."

Die Anhörung im Repräsentantenhaus ist nur der Auftakt der politischen Auseinandersetzung mit dem VW-Skandal. Wie schon bei General Motors, Toyota oder BP wollen die Kongressabgeordneten auch Volkswagen spüren lassen: Wer auf Kosten der Verbraucher und der Umwelt betrügt, wird hart bestraft.

Eine Entschuldigung wird nicht reichen
M. Ganslmeier, ARD Washington
08.10.2015 04:29 Uhr

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