VW-Emblem, große schwarze Wolken: Der Absatz beim Konzern bricht ein | Bildquelle: dpa

Drittes Quartal VW gibt Gewinnwarnung aus

Stand: 29.09.2017 09:50 Uhr

Auf Volkswagen kommen zusätzliche Milliardenkosten zu: Für weitere Rückkäufe und das Nachrüsten von Dieselautos in den USA muss der Konzern rund 2,5 Milliarden Euro zurücklegen. Das Unternehmen warnt deshalb vor Gewinneinbußen im dritten Quartal.

Der Volkswagen-Konzern muss wegen der Abgasaffäre in den USA weitere Milliardenkosten verbuchen. Im dritten Quartal schlügen negative Sondereinflüsse von rund 2,5 Milliarden Euro zu Buche, die das operative Ergebnis belasteten, teilte der Konzern in Wolfsburg mit.

Nachrüstung aufwändiger als gedacht

Hintergrund sei eine Aufstockung der Vorsorge für das Rückruf- und Nachrüstprogramm von Dieselwagen in Nordamerika. Dieses sei erheblich langwieriger und gestalte sich technisch anspruchsvoller als gedacht. Zudem seien Vergleiche mit geschädigten Autobesitzern möglich.

Damit steigen die Aufwendungen für die Bewältigung des Diesel-Skandals auf etwa 25,1 Milliarden. Die VW-Aktie rutschte nach der Bekanntgabe der neuerlichen Belastungen ins Minus. Analysten hatten für das gerade zu Ende gehende dritte Quartal bei den Wolfsburgern ein operatives Ergebnis von rund 4,4 Milliarden Euro geschätzt.

Juristischer Streit in den USA

Vor knapp einem Jahr hatten sich Vertreter von VW mit Klägern, Händlern und Bundesstaaten in den USA auf einen Vergleich für Dieselwagen aus dem Konzern mit den 2,0-Liter-Antrieben verständigt. Ende Oktober 2106 stimmte ein Zivilrichter dem Kompromiss über entsprechende Entschädigungen zu. Anfang 2017 konnten die Wolfsburger dann eine strafrechtliche Auseinandersetzung mit der Zahlung eines Milliardenbetrages ausräumen. Ein Ingenieur des Konzerns wurde zudem zu einer Haftstrafe verurteilt.

Ganz beendet sind die juristischen Streitigkeiten in den Vereinigten Staaten aber noch nicht. Einige US-Bundesstaaten klagen auf zusätzliche Strafen gegen den Konzern. Auch Einzelpersonen stehen nach wie vor im Visier der US-Behörden.

Elf Millionen Fahrzeuge betroffen

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil bei Abgastests getäuscht zu haben. Weltweit waren etwa elf Millionen Fahrzeuge betroffen, in Nordamerika rund 600.000. Dies stürzte den Konzern in eine tiefe Krise und führte zu Milliardenkosten.

Über dieses Thema berichteten am 29. September 2017 tagesschau24 um 12:00 Uhr und NDR Info um 10:45 Uhr.

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