VW-Gebäude in Wolfsburg | Bildquelle: dpa

VW-Aufsichtsrat Fixgehalt statt Bonus

Stand: 09.03.2017 17:47 Uhr

Infolge des Skandals um den Betrug bei Abgaswerten ist Volkswagen um ein positives Image bemüht. Nun hat der Aufsichtsrat die umstrittenen eigenen Bonuszahlungen gestrichen. Stattdessen gibt es künftig ein Fixgehalt, das je nach Aufgabe variiert.

Die Volkswagen-Aufsichtsräte werden künftig auf ihre Bonuszahlungen verzichten. Dies habe der Aufsichtsrat auf seiner letzten Sitzung beschlossen, sagte ein VW-Sprecher. Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Das Ziel sei, auf ein marktübliches System umzustellen. Bisher setzen sich die Bezüge des Aufsichtsrats aus einer festen Vergütung zusammen sowie einer veränderlichen Vergütung, die von der Höhe der gezahlten Dividende abhängig ist.

Künftig bekommt ein normales Aufsichtsratsmitglied nach Angaben des Sprechers ein Festgehalt von 100.000 Euro, der Aufsichtsratsvize erhält 200.000. Der Vorsitzende des Gremiums solle künftig ein Festgehalt von 300.000 Euro erhalten. Der aktuelle Chef, Hans Dieter Pötsch, bekommt für den Vorsitz des Aufsichtsratspräsidiums noch einmal 100.000 Euro extra, erhält damit also rund 400.000 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Der frühere Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch kassierte dem "Bild"-Bericht zufolge 2014 noch deutlich mehr als eine Million Euro. Fast 90 Prozent davon seien Bonus gewesen.

VW-Chef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch auf der Hauptversammlung
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VW-Chef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch

Pötsch sagte der Zeitung: "Die VW-Aufsichtsräte zählten in der Vergangenheit mit zu den Spitzenverdienern im DAX. Die Systematik war aber nicht mehr marktüblich. Deshalb haben wir es überarbeitet." Der variable Anteil sei sehr hoch gewesen, das habe man nun abgeschafft, so Pötsch. "Jeder hat verstanden, dass wir uns da verändern müssen."

Fixgehalt plus Extras

Allerdings kann das Fixgehalt noch aufstockt werden: Für eine Tätigkeit in einem der Ausschüsse und im Präsidium des Gremiums gibt es noch einmal jeweils 50.000 Euro. Die Hauptversammlung muss den Änderungen noch zustimmen, dies gilt als sicher.

Zuletzt hatte der Aufsichtsrat bereits die Bezüge der VW-Vorstände gedeckelt. Für die Top-Manager gilt nach dem Abgasskandal und massiver öffentlicher Kritik künftig eine Obergrenze bei den Gehältern. Der Vorstandschef soll künftig höchstens 10 Millionen Euro im Jahr verdienen, die Vorstandsmitglieder maximal 5,5 Millionen Euro. Neben den Obergrenzen sieht ein neues Vergütungssystem vor, dass die Kriterien für die variable Vergütung, darunter umstrittene Bonuszahlungen, verschärft werden.

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