Die amerikanische Fahne spiegelt sich in einem VW-Logo. | Bildquelle: dpa

Folgen des VW-Abgasskandals Immer noch kein Happy End

Stand: 18.11.2016 14:42 Uhr

Durch Dieselgate hat das Image von VW vor allem in den USA gelitten. Der Autobauer versuchte, mit dem teuersten Vergleich in der Automobil-Geschichte den Schaden in Grenzen zu halten. Doch damit ist VW in den USA erst einmal nur aus dem Gröbsten raus.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Auf der "LA Auto Show", die zum Wochenende startet, gibt sich Volkswagen betont demütig. Auf der Bühne spricht Hinrich Woebcken, VW-Chef Nordamerika, zuallererst den Dieselskandal an. Es sei erste Priorität für Volkswagen, das Vertrauen der Kunden, der Händler und Mitarbeiter wieder zurück zu gewinnen.

VW-Nordamerika-Chef Woebcken bei der Vorstellung des neuen SUV-Modells Atlas auf der LA Motor Show. | Bildquelle: AP
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Neues Auto, alte Probleme: VW-Nordamerika-Chef Woebcken bei der Vorstellung des SUV-Modells Atlas

Ende Oktober hatte der zuständige Richter in San Francisco, Richard Breyer, bei dem die meisten Klagen gegen den VW-Konzern zusammenlaufen, dem bislang teuersten Vergleich in der Automobil-Geschichte zugestimmt.

Im Netz wurde eine eigene Webseite eingerichtet, auf der der Autobauer Zugang zu Gerichtsdokumenten hinterlegt hat, oft gestellte Fragen beantwortet und in Videoanleitungen erklärt, was betroffene Fahrzeughalter nun tun können: "Der Kunde hat zwei Optionen", heißt es da. "Die Leasing-Vereinbarung wird gestoppt und VW kauft den Wagen zurück. Oder der Kunde kann das Auto behalten und lässt in einer Vertragswerkstatt das Auto so umbauen, dass es die Schadstoffgrenzen einhält."

VW-Kunden in den USA bekommen auch Bargeld

Anders als in Europa sollen geschädigte VW-Besitzer in den USA zusätzlich noch Bargeld bekommen: Zwischen rund 5000 und knapp 10.000 Dollar, je nach Modell. Die Genehmigung der Einigung mit den Klägern sei "ein wichtiger Meilenstein, um die Dinge in den vereinigten Staaten wieder in Ordnung zu bringen", so der VW-Konzern in einer Erklärung zur Entscheidung von Richter Breyer.

Zu den vorgesehenen Entschädigungen, Rückkäufen und Umrüstungen kommt noch, dass sich VW mit mehreren Behörden einigen muss. Daraus ergeben sich Zahlungen an Umweltprojekte und auch noch Entschädigungen für VW-Vertragshändler in den USA. So kommt die auch für US-amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich hohe Summe von 16,5 Milliarden Dollar zustande.

Ärger auch mit Audi und Porsche

Noch unbestätigt ist die Meldung, dass VW nun auch für weitere Modelle, unter anderem von Audi und Porsche, eine Einigung erzielen konnte. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die mit einem von Audi entwickelten Drei-Liter-Dieselmotor ausgestattet sind. Demnach will der Konzern rund 60.000 Autos umrüsten und 19.000 ältere Autos zurückkaufen.

Auch diese Einigung muss noch vom zuständigen Gericht in San Francisco abgesegnet werden, vermutlich im Dezember. Grundsätzlich glaubt Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken, habe VW die Krise aber gut gelöst: "Wir sind da sehr gut unterwegs", gibt er sich zuversichtlich. "Wir haben dazu extra Ressourcen aufgebaut - typisch deutsch, perfekt organisiert. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, dass wir nach dieser Enttäuschung das vernünftig aufrollen."

Trotzdem ist die Geschichte immer noch nicht zu Ende. Es könnten nämlich noch weitere Strafzahlungen folgen. Und Volkswagen muss nun besonders hart daran arbeiten, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

Dieselgate: Stand der Dinge bei den VW-Klagen in den USA
K. Wilhelm, ARD Los Angeles
18.11.2016 01:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 18. November 2016 um 12:15 Uhr.

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