VW-Emblem | Bildquelle: dpa

Neue Vorwürfe gegen Konzern Hat VW Beweismittel vernichtet?

Stand: 13.03.2016 09:00 Uhr

Neue Vorwürfe im VW-Abgasskandal: Der Konzern soll noch nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen im September 2015 Beweismittel vernichtet haben. Das geht laut NDR, WDR und SZ aus der Klageschrift eines entlassenen VW-Mitarbeiters in Michigan hervor.

Von Peter Hornung, NDR

Ein ehemaliger VW-Mitarbeiter wirft dem Unternehmen vor, nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen im September 2015 Beweismittel vernichtet zu haben. Der damals bei der US-Tochter von Volkswagen angestellte IT-Manager hatte nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" während seiner Tätigkeit im VW-Rechenzentrum in Michigan offenbar versucht zu verhindern, dass dort entgegen einer behördlichen Anordnung Daten gelöscht werden.

Daten rechtswidrig gelöscht?

Der Mitarbeiter wurde seinen eigenen Angaben zufolge Anfang Dezember fristlos entlassen, weil sein Arbeitgeber davon ausgegangen sei, dass er die Umweltbehörde EPA, das US-Justizministerium und das FBI informieren wollte. Bei einem Gericht im US-Bundesstaat Michigan reichte er am vergangenen Montag Klage ein. Darin berichtet der ehemalige Angestellte, dass der IT-Chef der VW-Tochter am 18. September 2015, dem Tag des Bekanntwerdens des Abgasskandals, eine Anweisung des US-Justizministeriums ignoriert habe, sofort alle routinemäßigen Datenlöschungen zu stoppen. Noch bis Anfang Oktober seien demnach Daten rechtswidrig gelöscht worden.

Ex-Mitarbeiter fordert Schadensersatz

Die IT-Abteilung der US-Tochter von VW habe darüber hinaus verhindert, dass die vom Aufsichtsrat beauftragten internen Ermittler uneingeschränkten Zugang zu den Computersystemen bekommen. Der ehemalige Mitarbeiter beschuldigt in seiner Klage zudem die US-Tochter von Volkswagen und den IT-Chef des Unternehmens persönlich, gegen das Gesetz des Staates Michigan zum Schutz von sogenannten Whistleblowern verstoßen zu haben.

Er habe sich geweigert, sich an der Vernichtung von Beweismitteln und der Behinderung der Justiz zu beteiligen und wollte die Rechtsverstöße den Behörden melden. Er fordert von seinem ehemaligen Arbeitgeber nun Schadensersatz. Ein VW-Sprecher wollte den Fall nicht kommentieren. Volkswagen äußere sich "zu arbeitsrechtlichen Differenzen grundsätzlich nicht".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. März 2016 um 09:14 Uhr

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