Ein Logo von Volkswagen bei einem VW-Händler | Bildquelle: dpa

Nach Abgas-Skandal VW legt seinen Rückrufplan vor

Stand: 07.10.2015 21:16 Uhr

Volkswagen hat einen Plan zur Umrüstung der von dem Abgasskandal betroffenen Wagen vorgelegt. Ein entsprechendes Schreiben ging bei Verkehrsminister Dobrindt ein. Bei einigen Autos werden für die Nachrüstung Umbauten nötig.

Mit einer großangelegten Rückrufaktion will der Volkswagen-Konzern die Manipulationen an Dieselmotoren beseitigen. Dazu legte das Wolfsburger Unternehmen den deutschen Behörden fristgerecht einen geforderten Zeit- und Maßnahmenplan vor. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) teilte am Abend in Berlin mit, "ein umfangreiches Schreiben, das auch mit rechtlichen Ausführungen versehen ist", sei beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) eingegangen.

Demnach sei eine Rückrufaktion geplant, die "Fahrzeuge mit Euro-5-Dieselmotoren der Größe zwei Liter, 1,6 Liter und 1,2 Liter Hubraum" betreffe. Für die betroffenen Zwei-Liter-Wagen werde eine Softwarelösung vorgeschlagen, "die noch in diesem Jahr vorliegen soll und ab Beginn des nächsten Jahres umgebaut werden kann", sagte Dobrindt.

Bei den 1,6-Liter-Autos werde "zusätzlich zu einer neuen Software mit großer Sicherheit eine motortechnische Anpassung notwendig sein, die laut Volkswagen nicht vor September 2016 zu erwarten ist". Hiervon dürften nach Dobrindts Kenntnissen europaweit 3,6 Millionen Fahrzeuge betroffen sein. Zu den 1,2-Liter-Autos nannte Dobrindt keine Details. VW habe aber zugesichert, dass den Kunden durch die Umrüstungen keine Kosten entstünden.

Rückruf ab Januar

Der neue VW-Vorstandschef Matthias Müller hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bereits angekündigt, dass ein Rückruf betroffener Fahrzeuge im Januar beginnen werde. "Bis Ende 2016 sollen dann alle Autos in Ordnung sein", so Müller.

VW-Chef Matthias Müller kündigte ein strengeres Sparprogramm an. | Bildquelle: dpa
galerie

VW-Chef Matthias Müller kündigte an, bis Ende 2016 seien "alle Autos" in Ordnung".

VW müsse die jeweilige Lösung auf jedes Modell abstimmen und die notwendigen Teile bestellen. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit. Es gehe um den Motor EA 189 in Kombination mit verschiedenen Getrieben und diversen länderspezifischen Auslegungen. "Wir brauchen also nicht drei Lösungen, sondern Tausende."

Europas größter Autokonzern hatte im September eingeräumt, mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei bestimmten Diesel-Modellen manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon rund 2,8 Millionen in Deutschland. VW drohen nun hohe Strafen und Rückrufkosten.

Auch andere Automarken betroffen?

Das Bundesverkehrsministerium kontrolliert derweil auch, ob andere Hersteller ebenfalls bei Abgastests getrickst haben. Es werde geprüft, ob illegale Abschalttechnik verwendet und die Messergebnisse manipuliert worden seien, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Das Kraftfahrtbundesamt führe dafür Tests bei allen Herstellern durch, die in Deutschland in nennenswerter Zahl Autos verkaufen. Die Ergebnisse will die Behörde in den kommenden Tagen veröffentlichen.

Nach Dobrindts Worten wird eine "höhere zweistellige Zahl von Fahrzeugen" unter die Lupe genommen. Er gehe davon aus, dass die Ergebnisse in einigen Wochen als "Komplettbewertung" bekannt gemacht würden. Es ergebe keinen Sinn, "jetzt Einzelfahrzeuge, die wir abgeschlossen haben in der Bewertung, dann der Öffentlichkeit zu präsentieren".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Oktober 2015 um 16:30 Uhr.

Darstellung: