VW-Motor | Bildquelle: dpa

VW-Abgasskandal Rückruf startet im Januar

Stand: 07.10.2015 05:31 Uhr

Bei der Nachbesserung der vom Abgasskandal betroffenen Autos müssen VW-Kunden Geduld haben. Die Rückrufaktion soll im Januar beginnen. Erst einmal wählt der Aufsichtsrat heute einen neuen Vorsitzenden. Spannend wird es in den nächsten Tagen auch für Fahrer anderer Automarken.

Die Rückrufe der vom Abgasskandal betroffenen Dieselfahrzeuge von Volkswagen beginnen ab Januar 2016. "Bis Ende 2016 sollen dann alle Autos in Ordnung sein", sagte VW-Chef Matthias Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

VW-Chef Matthias Müller kündigte ein strengeres Sparprogramm an. | Bildquelle: dpa
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VW-Chef Matthias Müller kündigte ein strengeres Sparprogramm an.

VW müsse die jeweilige Lösung auf jedes Modell abstimmen und die notwendigen Teile bestellen. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit. "Wenn alles läuft wie geplant, können wir im Januar den Rückruf starten." Es gehe um den Motor EA 189 in Kombination mit verschiedenen Getrieben und diversen länderspezifischen Auslegungen. "Wir brauchen also nicht drei Lösungen, sondern Tausende." Für die meisten Motoren genüge ein Update der Software in der lokalen Werkstatt. Manche Fahrzeuge aber könnten neue Injektoren und Katalysatoren brauchen. Müller sagte, VW habe in dieser Woche dem Kraftfahrtbundesamt technische Lösungen vorgestellt.

VW-Aufsichtsrat tagt

Zur Aufarbeitung des Skandals kommt heute der VW-Aufsichtsrat zusammen. Das 20-köpfige Kontrollgremium will ab dem Vormittag auf dem Werksgelände in Wolfsburg abermals abgeschottet von der Öffentlichkeit über die nächsten Schritte zur Bewältigung des Manipulations-Skandals beraten. Auf der Agenda steht dabei auch die nicht unumstrittene Personalie Hans Dieter Pötsch. Der bisherige VW-Finanzchef soll nach dem Willen des Präsidiums Chef des Aufsichtsrates werden. Kritiker, wie die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, sehen in seiner Person den falschen Kandidaten zur Aufarbeitung der Abgas-Krise, da nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei, dass er keine persönliche Verantwortung für Verfehlungen in der Affäre trage.

Auf einer Betriebsversammlung am Dienstag hatte VW-Chef Müller die Beschäftigten auf schwere Zeiten eingestimmt. Milliardenschäden durch den Abgas-Skandal drohen demnach zentrale Investitionspläne bei Volkswagen zu kippen. "Unser Ergebnis und die bisherige Finanzplanung kommen massiv unter Druck", sagte Müller.

Rund elf Millionen Autos betroffen

Europas größter Autokonzern hatte eingeräumt, mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Weltweit sind nach Konzernangaben rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon rund 2,8 Millionen auch in Deutschland.

Auch andere Automarken betroffen?

Unterdessen will das Bundesverkehrsministerium nach Informationen der "Welt" in wenigen Tagen Klarheit darüber haben, ob womöglich auch andere Autohersteller bei Abgastests getrickst haben. Es solle geprüft werden, ob und in welchem Umfang eventuell illegale Abschalttechnik verwendet und damit die Messergebnisse manipuliert worden seien, berichtet die Zeitung. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) führe dafür Tests bei allen Herstellern durch, die in Deutschland in nennenswerter Zahl Autos verkaufen. "Die Ergebnisse der Nachprüfungen der Dieselfahrzeuge werden in den nächsten Tagen veröffentlicht", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Konkret wird der Zeitung zufolge geprüft, wie groß die Differenzen der Abgastest-Werte bei den offiziellen Testzyklen auf dem Rollstand und im tatsächlichen Straßenverkehr sind. Es gehe darum festzustellen, ob Grenzwerte überschritten und Gesetze verletzt worden seien, sagte der Sprecher. Er betonte zugleich, dass das KBA auch schon in der Vergangenheit regelmäßig entsprechende Kontrollen vorgenommen habe. Das Ministerium wehrt sich damit gegen den Vorwurf, dem Verdacht auf mögliche Manipulationen bei Abgastests nicht nachgegangen zu sein.

VW-Chef schließt Abbau von Arbeitsplätzen nicht aus
tagesthemen 22:15 Uhr, 06.10.2015, Rüdiger Strauch, NDR

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