Ein Kfz-Meister lädt am 10.06.2016 im Rahmen der Rückrufaktion zum Abgasskandal ein Software-Update auf einen Volkswagen Golf mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor. | Bildquelle: dpa

Verdacht der Untreue Neue Ermittlungen gegen VW

Stand: 12.05.2017 14:55 Uhr

Haben Volkswagen-Manager zu hohe Zahlungen an Betriebsräte abgesegnet? Diesem Verdacht geht nun die Staatsanwaltschaft in Braunschweig nach. Zum genauen Kreis der Beschuldigten wollte die Behörde noch keine Angaben machen.

Neuer Ärger für Volkswagen: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit Aufwandsentschädigungen für den VW-Betriebsrat. Zum genauen Kreis der Beschuldigten wollte die Behörde wegen der laufenden Ermittlungen keine Angaben machen.

Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" soll es eine Anzeige gegeben haben, die den Fall ins Rollen brachte. Es soll demnach unter anderem um mutmaßlich zu hohe Bezüge für Betriebsratschef Bernd Osterloh gehen.

Anwaltschaft ermittelt wegen Anfangsverdachts der Untreue bei VW
tagesschau 20:00 Uhr, 12.05.2017, Christoph Hamann, NDR

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Betriebsrat hält Vorgehen für rechtens

Aus dem Betriebsrat von Volkswagen hieß es, man sei über die Untersuchung der Staatsanwaltschaft informiert - halte das Vorgehen des Konzerns aber für rechtens: "Wir sind fest davon überzeugt, dass die bei Volkswagen geltenden Regelungen dem Betriebsverfassungsgesetz entsprechen und dass auch die Eingruppierung unseres Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh durch das Unternehmen korrekt erfolgt ist." Man werde gegenüber den Ermittlern erklären können, dass man sich an die Regeln gehalten habe.

Osterloh gehört als Chef der Mitarbeitervertretung zu den mächtigsten Akteuren in Europas größtem Autokonzern. Er sitzt auch im Präsidium des Aufsichtsrats und kann bei größeren Veränderungen sein Veto einlegen. Der Gewerkschafter betont aber stets, seine Rolle nicht als die eines "Co-Managers" zu verstehen. Ihm wurde bereits auch der Posten des Konzern-Personalvorstands angeboten - diesen hatte Osterloh aber nach dem Bekanntwerden der Diesel-Krise abgelehnt. Der Betriebsrat erklärte, er werde "vergleichbar zu Bereichsleitern vergütet".

Ermittlungen gegen VW-Chef Müller

Bereits am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen VW-Chef Matthias Müller ermittelt. Er wird der Marktmanipulation im VW-Abgasskandal verdächtigt. Hierbei geht es um seine Tätigkeit bei der VW-Dachgesellschaft Porsche SE, bei der er seit 2010 im Vorstand ist.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Mai 2017 um 15:00 Uhr.

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