VW Auspuff | Bildquelle: dpa

Abgasskandal VW gibt neue Rückruftermine bekannt

Stand: 19.02.2016 11:32 Uhr

VW hat weitere Rückruftermine bekanntgegeben: Ab dem 30. Mai sollen zunächst die kleinsten Motorenvarianten in die Werkstatt, die mittelgroßen Motoren sollen ab September folgen. Währenddessen durchsuchte die südkoreanische Staatsanwaltschaft die VW-Niederlassung in Seoul.

Volkswagen hat für die weiteren Rückrufwellen im Abgasskandal erstmals genaue Termine genannt. Demnach sollen die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor - dem mit 1,2 Litern Hubraum - ab der Kalenderwoche 22, also ab dem 30. Mai, in die Werkstatt. Das Datum geht aus dem ersten generellen Anschreiben an die hierzulande rund 2,5 Millionen betroffenen Halter hervor.

In dem Brief heißt es weiter, dass die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum ab dem 5. September an der Reihe sind. Bereits bekannt ist der Starttermin 29. Februar für die 2,0-Liter-Maschinen.

Fahrzeuge sind "technisch sicher und fahrbereit"

Wann genau welche Modelle an der Reihe sind, hängt von den vielen verschiedenen Varianten aus Motor, Baujahr und Getriebe ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt sie schrittweise in Stufen frei. Bei den mittelgroßen 1,6-Liter-Motoren, die die letzte der drei großen Wellen bilden, muss neben einem Software-Update auch ein Bauteil eingesetzt werden.

In dem Schreiben von VW heißt es, jeder Halter erhalte noch einmal einen zweiten Brief, der zu einem konkreten Termin in der Werkstatt aufruft. "Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihr Vertrauen enttäuscht haben und werden diese Unregelmäßigkeit schnellstmöglich beheben", schreibt Volkswagen. Alle Fahrzeuge seien auch ohne die Nachbesserung "technisch sicher und fahrbereit".

VW-Niederlassung in Südkorea durchsucht

Im Zusammenhang mit den manipulierten Abgaswerten wurde nun auch die VW-Niederlassung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Dabei wurden Dokumente und Festplatten sowie E-Mails an die und von der Konzernleitung in Deutschland sichergestellt. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Büro der Staatsanwaltschaft.

Demnach stand die Durchsuchung unter anderem im Zusammenhang mit dem Vorwurf, dass Volkswagen Anordnungen nicht befolgt und nur mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125.000 Diesel-Fahrzeuge eingereicht habe. Im Januar hatte das Umweltministerium deswegen gegen den Geschäftsführer von Audi Volkswagen Korea, Johannes Thammer, Strafanzeige erstattet.

Nach eigenen Abgastests bei mehreren Modellen der Marken VW und Audi hatte das südkoreanische Umweltministerium im November nicht nur die Auto-Rückrufe angeordnet. Der deutsche Hersteller wurde auch mit einer Geldstrafe von 14,1 Milliarden Won (rund 10,3 Mio Euro) belegt.

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