Hans Dieter Pötsch, neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG | Bildquelle: dpa

Volkswagen nimmt Stellung zu Abgas-Skandal "Eine der größten Bewährungsproben für VW"

Stand: 10.12.2015 11:43 Uhr

Individuelles Fehlverhalten, Schwachstellen in Prozessen und eine zu große Toleranz gegenüber Regelverstößen - diese drei Gründe hat VW als Ursache für den Abgas-Skandal identifiziert. 450 interne und externe Ermittler seien mit der Aufarbeitung beschäftigt.

Für VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch befindet sich VW in "einer der größten Bewährungsproben" seiner Geschichte deren "Krisenfolgen vermutlich beträchtlich" sein werden. Das sagte der oberste Konzern-Kontrolleur mit Blick auf die finanziellen Folgen der Manipulationen von rund elf Millionen Dieselmotoren.

Die vergangenen zwei Monate seien beispiellos gewesen, sagte Pötsch. "Niemand hier hat sich vorstellen können, dass unser Unternehmen in eine Situation geraten könnte, wie wir sie seit Ende September erleben."

Eine Aussage zu beteiligten Personen schloss er zum jetzigen Zeitpunkt aus. Klar sei jedoch, dass eine "Fehlerkette" zu den Manipulationen geführt hätte. Zusammenfassend sagte er: "Individuelles Fehlverhalten von Mitarbeitern, Schwachstellen in Prozessen und eine zu große Toleranz gegenüber Regelverstößen" seien als Gründe für den Abgas-Skandal identifiziert worden.

450 Ermittler untersuchen Vorfälle

Insgesamt beschäftigten sich laut Pötsch 450 interne und externe Experten mit der Untersuchung. "Beide Ermittlergruppen arbeiten unabhängig voneinander." Sie hätten in den vergangenen Wochen 102 Terrabyte an Daten gesichert, 87 ausführliche Interviews geführt und mehr als 1500 elektronische Geräte gesichert. "Alles kommt auf den Tisch, nichts wird unter den Teppich gekehrt", sagte Pötsch. Er versicherte, es werde ohne Rücksicht auf Personen ermittelt.

Um eine Wiederholung zu verhindern, würden Emissionstest künftig extern überprüft, kündigte Pötsch an.

Am 21. April 2016 will VW erneut über den Stand der Ermittlungen berichten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2015 um 20:00 Uhr.

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