VW-Werk Wolfsburg | Bildquelle: AFP

Ausweitung der Abgas-Affäre VW gerät weiter unter Druck

Stand: 04.11.2015 07:47 Uhr

Nun also auch noch die CO2-Werte: Nach der Ausweitung der Abgas-Affäre wächst der Druck auf Volkswagen - in Deutschland und den USA. Während die Grünen in Berlin auf den Einsatz von Verkehrsminister Dobrindt dringen, fordern die USA weitere Informationen.

Angesichts der Ausweitung der Abgas-Affäre bei VW sehen die Grünen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Zug. "Wir fordern Verkehrsminister Dobrindt auf, endlich einen konkreten Plan auf den Tisch zu legen, wie er sich vorstellt, dass die Branche in den kommenden Jahren nicht gegen die Wand fährt", erklärte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer.

"Angesichts der Dimension des Skandals und dem damit verbundenen Schaden für die gesamte deutsche Automobilbranche reicht es nicht mehr aus, Aufklärung als Show zu simulieren." Die Manipulationen bei VW hätten ganz offensichtlich System gehabt, erklärte Krischer. Dobrindt müsse daher "endlich klare politische Regeln und Kontrollen durchsetzen, um die Branche vor sich selbst zu schützen".

Abgas-Skandal bei VW weitet sich aus
tagesschau 12:00 Uhr, 04.11.2015, Rüdiger Strauch, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten

Volkswagen hatte am Dienstag auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten einräumen müssen - außerdem sind damit erstmals auch Benziner und nicht nur Dieselfahrzeuge betroffen. Bei internen Untersuchungen sei festgestellt worden, dass es bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typ-Zulassung von Fahrzeugen zu "nicht erklärbaren Werten" gekommen sei, teilte der Konzern mit. Davon könnten nach derzeitigen Erkenntnisstand rund 800.000 Fahrzeuge betroffen sein.

Bislang ging es in dem Skandal bei VW um Stickoxid (NOX) - diesmal um den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) und damit um den Spritverbrauch.

Weiter Streit um EPA-Vorwürfe

Angesichts der Vorwürfe gegen Volkswagen aus den USA hat die Spitze des Energie- und Handelskomitees des Repräsentantenhauses in Washington weitere Informationen von VW-US-Chef Michael Horn angefordert. Die Abgeordneten schickten einen Brief an Horn, in dem sie um zusätzliche Details und Dokumente zu Abschalteinrichtungen, sogenannten "defeat devices", bitten. Diese spielen bei Abgastests eine wichtige Rolle.

Am Montag hatte die US-Umweltbehörde EPA neue Vorwürfe gegen VW erhoben. Demnach soll Volkswagen auch die Abgastests von Drei-Liter-Dieselmotoren geschönt haben. Der deutsche Autobauer habe große Geländewagen der Modellreihen 2014 bis 2016 mit Manipulationssoftware versehen, teilte die EPA mit. Der Brief wurde parteienübergreifend aufgesetzt. Horn wird darin eine Antwortfrist bis zum 16. November gegeben. Diese Vorwürfe der EPA hatte der Wolfsburger Autobauer allerdings zurückgewiesen und erklärt, es seien keine Abgaswerte in unzulässiger Weise verändert worden.

Porsche stoppt Cayenne-Verkauf in Nordamerika

Als Reaktion auf die jüngsten US-Vorwürfe setzt Porsche den Verkauf von Dieselmodellen des Geländewagens Cayenne in Nordamerika aus. Dabei handele es sich um eine freiwillige Maßnahme, betonte die Luxustochter des Volkswagen-Konzerns in einer Erklärung. Betroffen seien Fahrzeuge der Modelljahre 2014 bis 2016. Besitzer der Modelle könnten ihre Wagen weiter wie bisher fahren.

Abgas-Skandal betrifft mindestens weitere 800.000 Autos
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.11.2015, Jörg Ihßen, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Und noch mehr schlechte Nachrichten kommen aus den USA für VW: Neben der Umweltbehörde, die in dem Abgas-Skandal ermittelt, hat nun auch noch die Verkehrsaufsicht die Wolfsburger ins Visier genommen.

Darstellung: