Ein Vogel vor einem Flugzeug | Bildquelle: AFP

EuGH-Urteil zu Flugverspätungen Keine Entschädigung bei Vogelschlag

Stand: 04.05.2017 13:55 Uhr

Der sogenannte Vogelschlag zählt ähnlich wie Unwetter oder Vulkanausbrüche zu den "außergewöhnlichen Umständen". Das sieht auch der Europäische Gerichtshof so. Daher haben Flugreisende weiterhin keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen bei entsprechenden Flugverspätungen.

Fluggäste haben nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs keinen Anspruch auf Entschädigung, wenn ihr Flieger mit einem Vogel zusammenstößt und deshalb verspätet ist. "Vogelschlag" liege jenseits der Kontrolle der Fluggesellschaft, urteilten die Luxemburger Richter. Für solche "außergewöhnlichen Umstände" sehe das EU-Recht Ausnahmen von der Entschädigungspflicht vor, die grundsätzlich bei Verspätungen von mehr als drei Stunden gilt.

Fluggäste können nach EU-Recht bei einer Flugannullierung oder Verspätung von mehr als drei Stunden Anspruch auf eine pauschale Ausgleichszahlung haben, die je nach Entfernung 250, 400 oder 600 Euro beträgt. Fluggesellschaften müssen jedoch keinen Ausgleich zahlen, wenn sie nachweisen, dass die Annullierung oder Verspätung auf unvermeidbare Umstände zurückgeht.

Urteil EuGH zu Verspätung bei Vogelschlag
tagesschau24 15:00 Uhr, 04.05.2017, Tobias Sindram, SWR, ARD-Rechtsredaktion

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Eventuell doch Entschädigung im konkreten Fall

Im vorliegenden Fall ging es um zwei tschechische Fluggäste, deren Flug von Bulgarien nach Tschechien letztlich mehr als fünf Stunden zu spät ankam.

Die Passagiere haben aber womöglich doch Anspruch auf Ausgleichszahlungen in Höhe von 250 Euro: Ihr Flugzeug war nach einer Kollision mit einem Vogel auf dem tschechischen Flughafen Brünn von einer örtlichen Gesellschaft kontrolliert und freigegeben worden. Gleichwohl bestand die Fluglinie Sunwing darauf, dass ein Techniker aus einer anderen tschechischen Stadt nach Brünn fuhr, um die Betriebsbereitschaft des Flugzeugs zu prüfen.

Das angerufene tschechische Gericht bat den EuGH um Rat bei der Auslegung des EU-Rechts. Dieser entschied, technische Probleme seien kein "außergewöhnlicher Umstand", sodass die Fluggesellschaft für die dadurch entstandene Verzögerung haftet.

Anders verhält es sich mit dem Vogelschlag. Wenn sich - wie im vorliegenden Fall - Verspätungen aus beiden Kategorien addieren, kann die Airline die Zeit für den "außergewöhnlichen Umstand" abziehen, für den sie laut EU-Recht nicht geradestehen muss. Voraussetzung ist aber, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, eine Verspätung zu vermeiden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels unter der Überschrift "Entschädigung - auch bei Vogelschlag" hieß es, "ein Vogelschlag befreie die Airlines nicht automatisch von Ausgleichszahlungen bei entstandenen Verspätungen."

EuGH zu Ausgeichszahlung nach Vogelschlag
R. Sina, WDR Brüssel
04.05.2017 15:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 04. Mai 2017 tagesschau24 um 15:00 Uhr und NDR Info um 13:05 Uhr.

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