Milliardenschäden erwartet Was "Irma" und Co. kosten

Stand: 11.09.2017 10:30 Uhr

Das Branchentreffen der Rückversicherer in Monte Carlo steht ganz im Zeichen der jüngsten Wirbelstürme. Auf Konzerne wie Swiss Re, Munich Re oder Hannover Rück dürfte zwar einiges zukommen. Aber zumindest auf die Preise erwartet man positive Effekte - die Anleger sind darüber hocherfreut.

Der Rückversicherer Swiss Re rechnet wegen der schweren Wirbelstürme in den vergangenen Tagen mit einer Stabilisierung der Preise in der zuletzt sehr wettbewerbsintensiven Branche. Vor allem in der Versicherung von Eigentum wie Autos und Gebäuden dürften sich die Folgen der Hurrikane positiv auf die Preise für Rückversicherungen auswirken, teilte der Schweizer Konkurrent der beiden deutschen Konzerne Munich Re und Hannover Rück anlässlich des Branchentreffens in Monte Carlo mit.

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Angesichts des weiter schweren Marktumfelds mit niedrigen Zinsen und zu viel Kapital, das auf die Preise drückt, will die Swiss Re weiter darauf achten, nicht jedes Risiko einzugehen.

Die Branche leidet seit Jahren unter einer Preiserosion. Zum einen drängt neue Konkurrenz in den Markt. Hedgefonds und andere finanzkräftige Kapitalgeber, die sich im Niedrigzinsumfeld mit geringeren Renditen zufriedengeben als die auf ihr Risiko bedachten Rückversicherer. Und die niedrigen Zinsen sorgen für sinkende Einnahmen bei der Kapitalanlage.

Schäden in vielfacher Milliardenhöhe

Der Schaden der Wirbelstürme wie "Harvey" oder "Irma" wird gewaltig sein. Die Risikoexperten des Versicherungsdienstleisters AIR Worldwide aus Boston schätzen die versicherten Schäden durch "Irma" in den USA und auf mehreren karibischen Inseln auf 20 bis 65 Milliarden US-Dollar, das entspricht 17 bis 54 Milliarden Euro.

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Den Schätzungen zufolge würde "Irma" die Versicherungsbranche viel heftiger treffen als Hurrikan "Harvey" wenige Tage zuvor. Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek schätzte die versicherten "Harvey"-Schäden am Sonntag in Monte Carlo auf 20 bis 30 Milliarden US-Dollar. Das wäre etwa so viel wie bei Wirbelsturm "Sandy" im Jahr 2012. Bei "Harvey" hat Jeworrek auch Schäden eingerechnet, die von dem staatlichen Flutversicherungsprogramm NFIP abgedeckt werden.

Positive Effekte auf die Preise

Jeworrek rechnet damit, dass nach "Irma" die Nachfrage nach Ersatz-Versicherungsdeckungen steigt. Die bisher rückversicherten Schadensummen seien nach den Stürmen voraussichtlich aufgezehrt. Die Hurrikan-Saison sei aber noch nicht vorüber. Zudem rechnet der Manager damit, dass die Preise für Rückversicherungsschutz in den betroffenen Gebieten deutlich anziehen. Ob hohe Schäden den seit Jahren grassierenden Preiskampf in der Branche auch insgesamt beenden werden, wagte er indes nicht vorauszusagen.

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Beim "Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo an der Côte d’Azur treffen sich die Rückversicherer seit diesem Wochenende wie jedes Jahr mit Erstversicherern wie Allianz und Axa sowie Maklern, um Preise und Konditionen für die Vertragserneuerung zum folgenden Jahreswechsel abzustecken. Die Erneuerung zum 1. Januar gilt in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung als die wichtigste Ereignus eines jeden Jahres. Zuletzt hatten eher geringe Katastrophenschäden den Erstversicherern immer wieder Argumente gegeben, die Preise nach unten zu drücken.

Kurssprünge bei Rückversicherern

Hurrikane Irma und Jose
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Hurrikane Irma und Jose

Mit einem Plus von rund vier Prozent führen die Aktien von Munich Re den Dax an. An der Spitze des MDax stehen die Titel von Hannover Rück. Investoren zeigten sich einerseits erleichtert, dass der Hurrikan "Irma" Florida nicht so hart getroffen hat wie zwischenzeitlich befürchtet. Insbesondere die Hoffnung auf eine Preiswende dürfte die Aktien aber für die Anleger wieder interessant machen.

ts/rtr/dpa-AFX

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Münchener Rück

Das Logo der Munich Re in München.

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