Vor der Zentralbank in Venezuela hängen überdimensionierte Scheine der Landeswährung Bolivar. | Bildquelle: AFP

Venezuelas Währung Regierung wertet Bolívar radikal ab

Stand: 07.02.2018 07:15 Uhr

Venezuelas Regierung will die Wirtschaft mit einer radikalen Abwertung der Währung wieder in Schwung bringen. Die Not der Bevölkerung dürfte der Schritt aber eher noch verschärfen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Venezuelas regierende Sozialisten haben die Währung radikal abgewertet. Davon erhoffen sie sich wirtschaftlichen Aufschwung. Ein US-Dollar kostet jetzt 25.000 Bolívar. Bisher lag der niedrigste Kurs bei nur zehn Bolívares für einen Dollar.  

Die künstlich niedrig gehaltene Landeswährung wird mitverantwortlich gemacht für die schwere Wirtschaftskrise, in der sich das südamerikanische Land seit Jahren befindet. Im erdölreichen Venezuela herrscht Hyperinflation.

Mangel trifft die Bevölkerung hart

Auf dem Schwarzmarkt kostet der Dollar auch nach der Abwertung immer noch mehr als das zehnfache des offiziellen Tauschkurses. Am Schwarzmarktkurs orientieren sich die Preise für die knappen Waren des täglichen Bedarfs.

Wegen Misswirtschaft, gefallener Erdölpreise und der immer weiter sinkenden Fördermenge nimmt der Staat nicht genug Geld ein, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente zu importieren. Die Bevölkerung leidet unter extremem Mangel.

USA kündigen Sanktionen an

Die Regierung der USA erwägt trotzdem Erdölsanktionen. Wie US-Außenminister Rex Tillerson während seiner Lateinamerika-Reise sagte, könne sein Land der Zerstörung der venezolanischen Demokratie nicht länger tatenlos zusehen. Die USA sind der größte Abnehmer des Erdöls aus Venezuela.

Venezuela: Abwertung gegen die Wirtschaftskrise
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
07.02.2018 07:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Februar 2018 um 05:57 Uhr.

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