Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Die schwedische Regierung hat angekündigt, den Chef des staatlichen Energiekonzerns Vattenfall, Lars G. Josefsson, innerhalb der nächsten Wochen auszutauschen. Josefsson erklärte hingegen, er wolle seinen Vertrag bis Mitte 2010 erfüllen. Die massive Kritik der letzten Tage beruhe auf "Falschmeldungen und Halbwahrheiten".
[Bildunterschrift: Unzufrieden: Vattenfall-Chef Lars Josefsson ]
Die schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson kritisierte Josefsson insbesondere für seine Atompolititk. Die Ministerin bezeichnete unter anderem eine von ihm im vergangenen Jahr unterzeichnete Haftungsverpflichtung für Unfälle in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel als "nicht akzeptabel". Die Vereinbarung sieht vor, dass der Gesamtkonzern Vattenfall und nicht nur die Tochter Vattenfall Europe als Besitzer der beiden norddeutschen Kraftwerke für alle Unfälle haften muss. Damit habe Josefsson "die gesamte Gruppe in Gefahr gebracht", sagte Olofsson.
In der Bundesrepublik haften Betreiber von Kernkraftwerken in Deutschland nach Angaben des Bundesumweltministeriums für Unfälle und Pannen ihrer Atommeiler in vollem Umfang. Für jeden Reaktor ist dabei eine Deckungssumme in Höhe von 2,5 Milliarden Euro pro "Schadensereignis" vorgesehen, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Papiere des Bundesumweltministeriums berichtet.
In einem dpa vorliegenden Schreiben des Bundesumweltministeriums heißt es: "Nach diesem Vertrag und entsprechend der Gesetzeslage ist Vattenfall AB verpflichtet, jeden während der Vertragsdauer entstehenden Jahresfehlbetrag der Vattenfall Europe AG auszugleichen". Vattenfall-Chef Josefsson erklärte dazu, der Haftungsvertrag mit der Bundesregierung könne "jeden Tag gekündigt und geändert werden".
Die schwedische Regierung lastete Josefsson auch die die Pannenserie in Krümmel und Brunsbüttel sowie schwedischen Vattenfall-Atomreaktoren, den schlechte Ruf des Unternehmens und die Vernachlässigung erneuerbarer Energien an. Regierung Minsterin Olafsson kritisierte zudem Überlegungen des Vattenfall-Chefs, das Stromnetz in Schweden zu verkaufen, um Investitionen in Großbritannien zu finanzieren.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW