Greenpeace-Protestbanner gegen Braunkohle | Bildquelle: picture alliance / dpa

Bieterverfahren für Braunkohlesparte Vattenfall wirft Greenpeace raus

Stand: 02.11.2015 16:39 Uhr

Minus zwei Milliarden Euro - so viel ist laut Greenpeace das Braunkohlegeschäft von Vattenfall wert. Die Idee war darum, die Sparte zu übernehmen und dazu noch Geld als Mitgift einzusacken. Doch die Schweden machen nicht mit. Und sprechen von einem "PR-Gag".

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist aus dem Bieterverfahren für das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall in Deutschland ausgeschlossen worden. Die mit dem Verkauf beauftragte US-Bank Citigroup habe dies damit begründet, dass Greenpeace nicht wirklich beabsichtige, als Bieter aufzutreten.

Ähnlich äußerte sich ein Vattenfall-Sprecher, berichtet der ARD-Korrespondent in Stockholm, Carsten Vick: Bei dem Konzern hieß es, man habe das Angebot "nie wirklich ernst genommen und eher als einen PR-Gag angesehen".

Greenpeace kein Kandidat mehr für Vattenfalls Braunkohle
Carsten Vick, DLF
02.11.2015 17:40 Uhr

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Von Jänschwalde bis Schwarze Pumpe

Hintergrund ist der Machtwechsel in Schweden vor rund einem Jahr. Die neue rot-grüne Regierung verlangt vom zu 100 Prozent in Staatsbesitz befindlichen Vattenfall-Konzern, sich stärker auf regenerative Energien zu fokussieren.

Als Konsequenz hatte Vattenfall Ende September den Verkaufsprozess eingeleitet. Es geht dabei um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, um die Anlage Lippendorf in Sachsen sowie um Vattenfalls Braunkohle-Tagebaubetriebe in der Lausitz.

Das mit dem "wahren Wert" sieht Vattenfall anders

Greenpeace verkündete Anfang Oktober, sich in den Bieterprozess einzuschalten. Der Plan war, das Braunkohlegeschäft in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen und dann in ein Erneuerbare-Energien-Unternehmen umzuwandeln.

Der Haken: Zahlen wollte Greenpeace nichts. Stattdessen behauptete die Umweltgruppe, dass der "wahre Wert" der Kohlesparte aufgrund der ökologischen Folgekosten des Kohleabbaus einen negativen Wert aufweise - nämlich minus zwei Milliarden Euro. Darum sollte Vattenfall nicht nur kein Geld kassieren, sondern auch noch welches an Greenpeace überweisen.

Dieser Beitrag lief am 02. November 2015 um 17:22 Uhr im Deutschlandfunk.

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