Seitenueberschrift

Barack Obama

US-Arbeitsmarkt kommt in Schwung

Die Quote fällt, Obamas Chancen steigen

Alles wieder gut? Mitte der Woche erlebte US-Präsident Obama sein Debatten-Debakel - jetzt aber gibt es lang ersehnte Positivnachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Quote erreichte mit 7,8 Prozent den niedrigsten Stand, seit Obama im Amt ist. Doch die US-Wirtschaft schwächelt nach wie vor.

Von Timo Fuchs, HR-Hörfunkstudio Washington

Noch zwei Wochen sind es bis zum nächsten TV-Duell zwischen dem US-Präsidenten und seinem Herausforderer. Barack Obama hatte sich schon auf eine schmerzhafte Zeit eingestellt, in der er öffentlich gegen seine Niederlage aus Duell Nummer 1 ankämpfen muss.

Doch die neuen Arbeitsmarktzahlen kommen ihm als echte Erleichterung zuhilfe: Die Arbeitslosenquote rutschte im September überraschend ab auf nur noch 7,8 Prozent. Eine so niedrige Quote konnte Obama in seiner Amtszeit noch nie vermelden. Mitt Romneys Wahlkampf baute bisher auf der Kritik auf, dass Obama sein Versprechen gebrochen habe, die Rate auf unter acht Prozent zu drücken - dieses Argument ist nun, vier Wochen vor der Wahl, entkräftet. Entsprechend stolz hieß es aus dem Weißen Haus, es sei ein weiterer Beweis gefunden, dass sich die US-Wirtschaft von den Wunden der Wirtschaftskrise erhole.

US-Arbeitsmarkt kommt in Schwung
T. Fuchs, SR Washington
05.10.2012 19:21 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Und doch wird auch Romney Kapital schlagen können aus den neuen Zahlen. "Das ist ein kleiner Schritt nach vorn", sagt der Harvard-Ökonomie-Experte Ken Rogoff auf CNN, "das ist aber keine spektakuläre Wende für die Wirtschaft." Was sich da erhole, sei eine sehr schwache Wirtschaft. Die Erholung sei außerdem normal für die Jahreszeit - und sie stütze sich darauf, dass viele Amerikaner keine Arbeit suchten, weil sie etwa in Ruhestand gingen.

Romney sieht keinen echten Aufschwung

Romney reagierte entsprechend mit einer schriftlichen Stellungnahme. "So sieht ein wirklicher Wirtschaftsaufschwung nicht aus", teilte er mit. Seit Juli habe sich der Zuwachs an Jobs verlangsamt. Wenn nicht etliche Menschen aufgegeben hätten, nach Arbeit zu suchen, läge die Quote bei elf Prozent.

Mitt Romney während des TV-Duells
galerie

Herausforderer Romney spricht von einer Scheinerholung am Arbeitsmarkt.

Der Republikaner spricht auch von den Amerikanern, die schon seit langer Zeit keinen Job finden - viele hätten jetzt mit der Suche aufgehört, lebten etwa bei ihren Eltern und blieben zuhause. "Sie sind entmutigt oder haben das Gefühl, keinen Arbeitsplatz zu benötigen", sagt Jobvermittlerin Jacqueline Barton.

Die überraschend gute Arbeitslosenqote konnte auch entstehen, weil die Arbeitsmarktzahlen der letzten Monate revidiert wurden - offenbar hatte man 86.000 Jobs übersehen. Kein unnormaler Vorgang. Fest steht aber auch: Der tatsächliche Zuwachs von 114.000 neuen Jobs ist zu gering für einen nachhaltigen Aufschwung. Er bietet aber genügend Rückenwind, um einen amtierenden Präsidenten wieder nach vorn zu bringen.

Stand: 05.10.2012 18:14 Uhr

Darstellung: