Schriftzug des japanischen Autozulieferers Nisshinbo | Bildquelle: AFP

Wegen Trumps Handelspolitik Japanische Nisshinbo streicht Fabrik in Mexiko

Stand: 09.02.2017 15:03 Uhr

Der japanische Autozulieferer Nisshinbo hat seine Pläne für ein neues Werk in Mexiko aufgegeben. Der Konzern reagiert damit auf die Handelspolitik von US-Präsident Trump. Auch andere Unternehmen bauen nach seiner Androhung von Strafzöllen neue Standorte lieber in den USA auf.

Eigentlich stand alles schon fest: Der japanische Autozulieferer Nisshinbo wollte seinen Markt in den USA erweitern und dafür im Nachbarstaat Mexiko eine neue Fabrik bauen. In der sollten Bremsteile gefertigt und dann vor allem nach Nordamerika exportiert werden. Doch nun sind diese Pläne vom Tisch - der Grund ist die rigorose Handelspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Und diese Politik hat Trump für Konzerne in einem knappen Satz zusammengefasst. Alles, was die Unternehmen tun müssten, "ist zu bleiben". Was bedeutet: Wer auf dem amerikanischen Markt Gewinn machen will, soll auch in den USA produzieren. Firmen, die Standorte außerhalb der USA führen und ihre Waren dann per Export an den amerikanischen Verbraucher bringen wollen, müssen nach dem Willen Trumps sehr hohe Strafzölle in Kauf nehmen. Außerdem will Trump die von in den USA ansässigen Unternehmen abzusetzenden Steuern bis zu 20 Prozent senken - auch dieser Vorteil würde durch die Produktion im Ausland verloren gehen.

Auch Ford stampfte Pläne für neue Fabrik ein

Diese neue Wirtschaftsstrategie brachte auch Nisshinbo zu dem Entschluss, "dass wir es woanders bauen müssen", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP und meinte das geplante Werk in Mexiko. Laut der Wirtschaftszeitung "Nikkei" ist es das erste Mal, dass eine japanische Firma vor Trumps Handelskurs einknickt. Nun laufe alles auf einen weiteren Standort in den USA hinaus, eine Fabrik besitzt Nisshinbo dort schon. Die neue Fabrik will sich der Zulieferer bis zu 83,5 Millionen Euro kosten lassen.

Bereits vor Nisshinbo haben Unternehmen Investitionspläne wegen Trumps Politik über den Haufen geworfen. Anfang Januar kündigte etwa der Autobauer Ford an, den bereits begonnenen Bau einer neuen Fabrik in Mexiko wieder zu stoppen und dafür eine bestehende Fertigungsstätte im US-Bundesstaat Michigan auszubauen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Februar 2017 um 15:30 Uhr in der Wirtschaft.

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