US-Notenbank: Neue Milliarden gegen Konjunkturflaute

Dollar-Scheine

US-Notenbank

Neue Milliarden gegen Konjunkturflaute in den USA

US-Notenbankchef Bernanke will erneut Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpen, um die Konjunktur anzukurbeln. Insgesamt sollen 85 Milliarden Dollar auf den Markt gespült werden. Die US-Börsen reagierten positiv auf die Ankündigung, die Geldpolitik zu lockern.

Von Rüdiger Paulert, WDR-Hörfunkstudio Washington

Nicht kleckern sondern klotzen, nach diesem Motto hat die US-Notenbank, die Federal Reserve, gleich an mehreren Stellschrauben der amerikanischen Geldpolitik gedreht. "Die Idee ist, den Aufschwung zu beschleunigen und der Wirtschaft zu helfen, schnell genug zu wachsen, um neue Jobs zu schaffen und die Arbeitslosenquote abzubauen. Darum geht es uns", sagte Notenbankchef Ben Bernanke.

US-Notenbank FED will Wirtschaft Konjunkturspritze geben
R. Paulert, ARD Washington
13.09.2012 23:54 Uhr

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Zum einen wirft deshalb die amerikanische Zentralbank die Notenpresse an und kauft Banken mit dem frischen Geld bis auf weiteres Wertpapiere in Höhe von 40 Milliarden Dollar pro Monat ab. Experten nennen dies "quantitave easing". Zu dieser erst einmal unbefristeten Maßnahme greift die US-Notenbank nun schon zum dritten Mal seit der Finanzmarktkrise im Jahr 2008.

Gleichzeitig setzt sie den Tausch kurzfristiger gegen langfristige Wertpapiere bis zum Jahresende fort. Ursprünglich sollte dieses Programm bereits im Juni auslaufen. Beide Maßnahmen zusammen bringen monatlich 85 Milliarden Dollar frisch auf den amerikanischen Markt.

Positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt?

Ben Bernanke (Bildquelle: REUTERS)
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Ben Bernanke will mit seiner Geldpolitik die Wirtschaft ankurbeln.

"Wir glauben, dass diese Maßnahmen die Zinsen senken können, und zwar nicht nur für amerikanische Bundesanleihen, sondern auch für Hypothekendarlehen und für Unternehmensanleihen, sowie andere wichtige Zinssätze", sagte Bernanke. Dies habe auch Auswirkungen auf die Preise von Aktien und Häusern. "Wenn man auf alle Effekte schaut, dann denke ich, dass dies auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt hat."

Ein Anstieg der Inflation durch diese Maßnahmen erwartet der amerikanische Notenbankchef gegenwärtig nicht. Man werde aber darauf achten, versprach er und kündigte zudem an, dass der wichtigste amerikanische Leitzins, die Federal Fundsrate bis Mitte 2015 nahe Null bleiben solle. Bisher hatte die US Notenbank dies nur bis Ende 2014 garantiert. Die Federal Funds Rate ist der Zinssatz, zudem sich Banken gegenseitig über Nacht Geld leihen, um ihren Pflichten nach kommen zu können. 

Geteiltes Echo auf Entscheidung der Notenbank

Die Entscheidung der amerikanischen Notenbank rief ein ganz unterschiedliches Echo in den USA hervor. Republikaner reagierten verärgert. Sie halten Eingriffe in den Markt für gefährlich und fürchten einen Vertrauensverlust für die amerikanische Volkswirtschaft. Außerdem sehen sie darin eine Unterstützung für Präsident Barack Obama, dessen Parteifreunde sich dagegen zufrieden äußerten.

Der Dollar verlor nach der Entscheidung der amerikanischen Notenbank weiter leicht und an der Wallstreet löste die Entscheidung ein kleines Kursfeuerwerk aus. Der Dow Jones Index für die 30 wichtigsten Industriewerte stieg um eineinhalb Prozent.

Dies erfreute die Börsenmakler, wie Stephen Guilfoyle von Meredien Equity Partners: "Ich denke, es gibt nun eine Chance für eine leichte Erholung der Wirtschaft. Nach dem die Notenbank dies die ersten beiden Male gemacht hatte, sahen wir kaum Besserung. Dieses Mal aber schießt sie gleich mit einer Panzerfaust."

US-Notenbank will mit Anleihenkauf Arbeitsplätze schaffen
tagesschau 12:00 Uhr, 14.09.2012, Karin Dohr, ARD Washington

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Stand: 14.09.2012 01:37 Uhr

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