Eine Hand auf einer Computertastatur | Bildquelle: dpa

Insiderhandel befürchtet Hackerangriff auf US-Börsenaufsicht

Stand: 21.09.2017 15:25 Uhr

Die US-Börsenaufsicht SEC kämpft gegen illegale Geschäfte und hat sich nun selbst als Schwachstelle entpuppt. Ein Hackerangriff hat Cyberkriminellen womöglich illegale Finanzgeschäfte ermöglicht. Nun wird Insiderhandel befürchtet.

Die mächtige US-Aufsichtsbehörde SEC hat eingeräumt, Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein, der weitreichende Folgen haben könnte. Die Datendiebe hätten sich Zugriff auf vertrauliche Firmeninformationen verschafft, die Insiderhandel ermöglichten, teilte die SEC mit. In der betroffenen Datenbank sind etwa Angaben über Geschäfte von börsennotierten Firmen enthalten.

Die Attacke fand bereits im vorigen Jahr statt. Aber erst im vergangenen Monat sei entdeckt worden, dass die Angreifer ihre Beute zu verbotenen Finanzmarkt-Aktivitäten nutzen konnten.

Softwarelücke inzwischen geschlossen

Die Angreifer nutzen laut SEC eine Softwarelücke aus, die kurz nach der Cyberattacke geschlossen werden konnte. Der Vorfall zeige, dass selbst die "sorgfältigsten Maßnahmen zur Cybersicherheit" nicht alle Risiken ausschließen würden, teilte SEC-Chef Jay Clayton mit. Bei dem Angriff seien gleichwohl keine persönlichen Daten erbeutet worden, betonte die Börsenaufsicht. Ein "systemisches Risiko" für das Funktionieren der Finanzmärkte habe nicht bestanden.

Wiederholte Cyberattacken

Zuletzt hatte es wiederholt großangelegte Cyberattacken auf Unternehmen gegeben. Erst vor zwei Wochen gab der US-Finanzdienstleister Equifax einen gigantischen Hackerangriff auf seine Datenbanken bekannt. Dabei erbeuteten die Angreifer persönliche Daten von bis zu 143 Millionen Menschen, in einigen Fällen auch Führerscheinnummern und Kreditkarteninformationen.

Über dieses Thema berichteten am 21. September 2017 Deutschlandfunk um 10:00 Uhr und NDR Info um 17:15 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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