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Milliarden-Deal in Paketbranche vor dem Scheitern
UPS bläst TNT-Übernahme ab
Der US-amerikanische Paketzusteller UPS will sein Angebot zur Übernahme des niederländischen Konkurrenten TNT zurückziehen. Der Grund seien wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission, teilte das Unternehmen mit. Die Kommission habe UPS und TNT mitgeteilt, sie bereite ein Verbot der Fusion vor. Damit ist eine der größten Übernahmen in der Geschichte der Logistik-Branche wohl geplatzt. UPS wollte rund 5,2 Milliarden Euro für TNT zahlen.
UPS will Angebot zur Übernahme von TNT zurückziehen
B. Schmeitzner, BR Brüssel
14.01.2013 14:00 Uhr
"Wir sind extrem enttäuscht von der Haltung der EU-Kommission", sagte UPS-Verwaltungsratschef Scott Davis. Das Unternehmen habe bedeutende Zugeständnisse angeboten, um die Bedenken der Kartellbehörde auszuräumen. Auch TNT äußerte sich enttäuscht.
Die EU-Kommission hatte von Anfang an Bedenken gegen den Milliardendeal. Sie befürchtet, dass eine Fusion den Wettbewerb in Europa einschränken würde, weil nur vier Unternehmen in Europa ein ähnlich breites Angebot an Paketdiensten anbieten. Neben UPS und TNT sind das die Deutsche Post DHL und das US-Unternehmen FedEx.
Kein neuer Paket-Gigant in Europa
Mit der Fusion wäre ein großer Konkurrent für die Deutsche Post und ihre Logistik-Tochter DHL entstanden. Abseits des Briefgeschäfts machte die Deutsche Post 2011 einen Umsatz von rund 39 Milliarden Euro. Durch die Übernahme wäre ein Gigant mit einem Umsatz von mehr als 45 Milliarden Euro entstanden.
Sollte die EU die Übernahme endgültig ablehnen, muss der Konzern sein Angebot zurückziehen und TNT eine Entschädigung von 200 Millionen Euro zahlen. Diese Summe hatten die beiden Unternehmen im Zuge der Übernahmeverhandlungen vereinbart. An der Börse sorgte die Nachricht für einen Kursrutsch. Aktien von TNT brachen ein.
Stand: 14.01.2013 11:20 Uhr
