Unbemannte Luftfahrt: Chance für die "Euro-Drohne"?

Luftfahrtmesse in Le Bourget

Eine Chance für die "Euro-Drohne"?

Drohnen sind ein Hauptthema auf der Luftfahrtmesse - im militärischen wie im zivilen Bereich. Die europäischen Rüstungskonzerne wollen nun nun enger zusammenarbeiten und fordern politische Unterstützung.

Von Anne Christine Heckmann, ARD-Hörfunkstudio Paris, zzt. Le Bourget  

Auf dem Rollfeld von Le Bourget ist der Konkurrenzkampf hart - auch zwischen den Europäern. Der französische Rüstungsriese Dassault preist seinen Kampfjet Rafale an. Schräg gegenüber stellt EADS sein Konkurrenzmodell Eurofighter zur Schau. So sieht die Wirklichkeit aus.

Französischer "Rafale"-Kampfjet des Rüstungsherstellers Dassault in Le Bourget (Bildquelle: REUTERS)
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Stehen in Konkurrenz: Französischer Rafale-Kampfjet des Rüstungsherstellers Dassault ...

Ein Eurofighter auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget
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... und ein Eurofighter von EADS mit den Flaggen der Länder, in die er schon verkauft wurde.

In Zukunft aber könnten die europäischen Rüstungsunternehmen - wie EADS, Dassault und Finmeccanica aus Italien - bei militärischen Entwicklungen enger zusammen arbeiten. "Nationale Interessen werden uns in Zukunft nicht weiterbringen", sagt Dassault-Vizepräsident Benoit Dussaugey. Er glaube, es sei Zeit, "zu zeigen, dass wir bereit sind zusammenzuarbeiten." Voraussetzung sei aber, dass die Regierungen aufwachten und bereit seien, die Konzerne zu unterstützen.

Unbemannte Luftfahrt - Chance für die europäische Industrie?
A. C. Heckmann, SR Paris
19.06.2013 09:57 Uhr

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Ziel ist es, lukrative Märkte in Zukunft nicht mehr der Konkurrenz zu überlassen, wie es gerade bei den Drohnen geschieht. Dort haben die USA und Israel die Nase weit vorne. Ein gemeinsames europäisches Drohnen-Programm könnte den Rückstand möglicherweise noch aufholen.

Europa dürfe diesen Zukunftsmarkt der unbemannten Fluggeräte auf keinen Fall aufgeben, betont Christian Scherer von der EADS-Verteidigungssparte Cassidian. Erstens hätten die Luftwaffen in Europa einen Bedarf an der entsprechenden Technologie. "Das zweite ist, dass die Technologie, die für solche großen Drohnen entwickelt wird, eine Technologie ist, die Europa eine Souveränität, eine Unabhängigkeit gewährleisten würde."

Neuron-Drohne (Bildquelle: AFP)
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Diese französische Tarnkappen-Kampfdrohne Neuron von Dassault soll einmal selbstständig agieren. Ein Prototyp für unbemannte Frachtflüge?

Unbemannte Frachtflüge als Zukunftstrend

Diese Technologien würden sich dann auch im zivilen Luftfahrtgeschäft wiederfinden, im Bereich der Sicherheit zum Beispiel. Denn Drohnen müssen in der Lage sein, andere Flugobjekte zu erkennen und ihnen auszuweichen. Eine Entwicklung, die auch im Flugalltag - im zivilen Bereich - zum Einsatz kommen könnte. Denn wenn auch in Linienmaschinen Piloten nicht wegzudenken sind, so sind unbemannte Frachtflüge sehr wohl ein Zukunftstrend.

Modell des unbemannten Flugobjekts "Falco" des italienischen Flugzeugbauers Finmeccanica in Le Bourget (Bildquelle: AP)
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Jedem Hersteller seine eigene Drohne: Modell "Falco" des italienischen Flugzeugbauers Finmeccanica in Le Bourget

Und diesen dürfe Europa nicht verschlafen, mahnt Professor Rolf Henke vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Es wäre nicht gut, wenn wir bei dieser Zukunft nicht dabei wären. Ich glaube, da sind wir zunächst mal in Deutschland - aber sicherlich auch in Europa - aufgefordert, Gesamt-Systemtechnologien anzubieten. Das können wir und damit wären wir weltweit sicherlich einer der Anbieter, die an diesem neuen Markt teilnehmen können."

Erster Schritt aufeinander zu

Das geht allerdings nur, wenn auch die Politik dieses Vorhaben unterstützt. Die europäischen Rüstungsriesen haben einen Schritt aufeinander zu getan - nun sind die politisch Verantwortlichen gefragt. Ob es aber tatsächlich irgendwann einen Gemeinschaftsstand von EADS, Dassault und Finmeccanica bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget geben könnte - das steht noch in den Sternen.

Stand: 19.06.2013 11:38 Uhr

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