Reisen ja -aber bei der Wahl des Ziels spielten auch Anschläge und Terror 2015 eine Rolle. | Bildquelle: dpa

Bilanz der Welttourismusorganisation Terror kann Reiselust nicht trüben

Stand: 18.01.2016 15:35 Uhr

Von den internationalen Krisen lassen sich die Menschen das Reisen trotzdem nicht vermiesen. Einer Bilanz der UN-Tourismusorganisation zufolge stieg die Zahl der Reisenden weltweit 2015 auf ein Rekordniveau. Allerdings machen sich die Konflikte bei der Wahl der Urlaubsziele bemerkbar.

Das vergangene Jahr war angefüllt von Terrormeldungen: Anschläge in verschiedenen Ländern, der Vormarsch des extremistischen "Islamischen Staates", vergebliche Friedensbemühungen in Krisen- und Kriegsgebieten. Auf den Urlaub wollen viele trotz dieser Nachrichten dennoch nicht verzichten.

Ganz im Gegenteil stieg die Zahl der Reisenden im vergangenen Jahr laut der Welttourismusorganisation (UNWTO) auf ein Rekordniveau: 1,18 Milliarden Menschen besuchten andere Länder und damit 4,4 Prozent mehr als 2014.

Neben Amerika und dem asiatisch-pazifischen Raum profitierte auch Europa von der internationalen Reiselust. Im Jahresvergleich bereisten fünf Prozent mehr Touristen den Kontinent. Doch nicht jedes Land konnte einen solchen Anstieg für sich verbuchen. Als Folge von Anschlägen wie etwa in Tunesien und Ägypten kamen rund acht Prozent weniger Reisende nach Nordafrika.

"Wir stehen jetzt einer globalen Bedrohung gegenüber", sagte UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai. Darum müssten sich Regierungen weltweit für mehr Sicherheit einsetzen. Zudem dürfte die Angst vor Attentaten Menschen nicht vom Reisen abhalten. Andernfalls würden die betroffenen Länder in doppelter Hinsicht zu Opfern: zuerst durch Terroranschläge und dann durch internationale Isolation. Rifai betonte jedoch, dass sich Terroranschläge in den vergangenen Jahren immer nur für kurze Zeit auf das Reiseverhalten ausgewirkt hätten. Die Urlauberbranche erhole sich rasch nach solchen Attacken.

Auch für 2016 rechnet UNWTO mit mehr Reisenden

Mit Blick auf Europa warnte die UNWTO zudem davor, das Schengener Abkommen, das die kontrollfreie Reise innerhalb der EU ermöglicht, zu entkräften. Diese Reisefreiheit habe den Europäern viele Vorteile gebracht, sagte Rifai weiter. Das Abkommen "darf nicht geopfert werden".

Insgesamt rechnet die Organisation auch für 2016 mit einem erneuten Plus an Reisenden um vier Prozent - von diesem Anstieg würden allerdings wieder dieselben Gewinnerländer profitieren, die bereits 2015 mehr Touristen anlocken konnten.

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