Logo der UBS (Bildquelle: REUTERS)

Verdacht der Steuerhinterziehung Razzien bei deutschen UBS-Töchtern

Stand: 12.07.2013 12:56 Uhr

Bei Tochterunternehmen der schweizerischen Großbank UBS hat es in Deutschland Razzien gegeben. Der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek sagte, im Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung gegen Kunden der Bank seien die Geschäftsräume von zehn deutschen Filialen durchsucht worden. Er bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal Deutschland".

Die Ermittler der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen seien auf der Suche nach Geschäftsunterlagen, aus denen sich weitere Erkenntnisse und Nachweise für die Steuerhinterziehung beschuldigter Kunden aus Deutschland gewinnen ließen.

UBS bestätigte die Durchsuchungen und wies den Vorwurf zurück, bei Steuerhinterziehung mitgeholfen zu haben. "UBS toleriert keinerlei Aktivitäten, die dazu dienen, Kunden bei der Umgehung ihrer Steuerpflichten zu unterstützen", erklärte eine Sprecherin der Bank. Die UBS sei zuversichtlich, dass spätestens bis Ende 2014 alle Kunden aus Deutschland den Nachweis erbracht hätten, dass sie nur versteuertes Geld bei dem Schweizer Institut angelegt haben.

Umstrittener Kauf von Bankdaten-CD

Auslöser der Ermittlungen waren der Staatsanwaltschaft zufolge Daten auf einer CD mit Angaben über Kunden der UBS. Die nordrhein-westfälischen Finanzbehörden hatten mehrere solcher Datenträger trotz harscher Kritik aus der Schweiz gekauft.

Nach früheren Angaben der nordrhein-westfälischen Behörden enthält die CD, die die UBS betrifft, Angaben zu rund 750 Stiftungen sowie zu 550 weiteren Fällen mit einem Anlagevolumen bei der UBS von mehr als 3,5 Milliarden Schweizer Franken (rund 2,9 Milliarden Euro). Ermittler waren nach dem Kauf des Datenträgers immer wieder zu Razzien in Wohnungen und Büros von Verdächtigen ausgerückt. Ein Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz war im Dezember im Bundesrat gescheitert.

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