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Fahrdienst-App Uber muss Fahrern Millionen nachzahlen

Stand: 24.05.2017 13:51 Uhr

Das Fahrdienst-Startup Uber muss seinen Fahrern in New York Millionen nachzahlen. Wie das Unternehmen selbst einräumte, hat es die Fahrer über Jahre systematisch unterbezahlt. Uber vermittelt per App Mitfahrgelegenheiten in Privatautos.

Der Fahrdienstvermittler Uber hat zweieinhalb Jahre lang den Anteil seiner New Yorker Fahrer am Fahrpreis falsch berechnet und muss jetzt Millionen nachzahlen. Pro Fahrer werden im Schnitt 900 Dollar fällig, erklärte die für Nordamerika zuständige Managerin Rachel Holt dem "Wall Street Journal" und dem Finanzdienst Bloomberg.

Das Unternehmen vermittelt über seine App und Internetseite Taxifahrten, Mietwagen mit Fahrern aber auch Fahrten von Privatpersonen im eigenen Auto. Dabei behält Uber einen Anteil von 25 Prozent des Fahrpreises. Wie das Unternehmen jetzt einräumte, berechnete es in New York seinen Anteil allerdings nicht wie vereinbart erst nach Abzug aller Steuern, sondern vom Bruttoerlös.

45 Millionen Dollar für die Fahrer in New York?

Das Problem wurde dem Unternehmen zufolge beim Erstellen einer detaillierteren Abrechnung entdeckt. Für die Nachzahlung an die New Yorker Fahrer nannte Uber keinen Gesamtbetrag. Aber da eine Vereinigung unabhängiger Fahrer davon ausgeht, dass in New York rund 50.000 Teilnehmer für den Vermittlungsdienst Fahrgäste befördern, könnte sich die Rechnung auf bis zu 45 Millionen Dollar belaufen.

Uber in Schwierigkeiten

In Philadelphia hatte Uber vor Kurzem einen ähnlichen Fehler eingeräumt. Auch hier musste das Unternehmen mehrere Millionen Dollar nachzahlen. Das Unternehmen hatte zuletzt außerdem zusagen müssen, 20 Millionen Dollar an die Fahrer auszuschütten, nachdem die Handelsbehörde FTC Uber vorwarf, die Verdienstaussichten übertrieben zu haben.

Uber macht regelmäßig negative Schlagzeilen. Sein Fahrdienst mit Privatfahrern ist den lizensierten Taxifahrern ein Dorn im Auge. In Deutschland wurde er deswegen verboten. In den USA wurden Vorwürfe von Sexismus und Diskriminierung im Unternehmen laut. Nach Angriffen auf Fahrgäste gab es außerdem Sicherheitsbedenken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Mai 2017 um 11:30 Uhr in den Nachrichten.

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