Zwei Smartphones mit Apps von Uber und Didi nebeneinander

Ende eines milliardenschweren Streits Didi kauft Uber-China

Stand: 01.08.2016 14:20 Uhr

Sie haben mit massiven Rabatten gegeneinander gekämpft und Milliarden-Verluste eingefahren. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Der Fahrdienst-Anbieter Uber und sein chinesischer Konkurrent Didi schließen sich auf dem China-Markt zusammen.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Es war ein heftiger Kampf um Marktanteile - doch jetzt ist er zu Ende. Die beiden größten Online-Anbieter für Taxifahrten in China, Didi Chuxing und die chinesische Uber-Tochter, gehen zusammen. In einer Pressemitteilung von Didi heißt es: man kaufe alle Anteile von Uber China inklusive der Namensrechte und Daten für den chinesischen Markt.

Im Gegenzug erhält der in den USA ansässige Uber-Mutterkonzern Anteile an Didi. Der neue, größere Didi-Konzern hat einen geschätzten Marktwert von 35 Milliarden US-Dollar. Mit der Übernahme baut Didi seine Marktführerschaft noch weiter aus. Der chinesische Fahrdienst-Anbieter war selbst erst im vergangenen Jahr aus einer Fusion hervorgegangen.

Mehr als zehn Millionen Fahrten täglich

Ein Maskottchen des chinesischen Fahrdienst-Anbieters Didi
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Ein Maskottchen des chinesischen Fahrdienst-Marktführers Didi: Das Unternehmen vermittelt mehr als zehn Millionen Fahrten täglich.

Das Unternehmen ist in fast allen größeren Städten vertreten, vermittelt täglich mehr als zehn Millionen Fahrten und hat schon jetzt einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Uber hatte in den vergangenen Jahren aggressiv versucht, Marktanteile in China zu gewinnen. Der Kampf hatte beide Unternehmen viel Geld gekostet.

Alleine Uber gab nach eigenen Angaben im Jahr mehr als eine Milliarde US-Dollar aus, um auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Taxis per Smartphone-App zu rufen ist in China weit verbreitet und günstiger als reguläre Taxen. Die Fahrdienst-Apps haben den Taxi-Markt ordentlich aufgemischt. In der Vergangenheit teilten in den Städten oft nur wenige Anbieter den Markt unter sich auf. Durch die Apps wurden diese Taxi-Kartelle zum Teil aufgebrochen. Die Preise für Fahrten sanken - oft zum Ärger der Fahrer von traditionellen Taxis.

Was die Fusion von Didi und Uber in China für die Kunden bedeutet, ist noch unklar. Beide Apps sollen erst mal weiter bestehen bleiben. Beobachter gehen davon aus, dass die Preise bei nur noch einem großen Anbieter auf Dauer allerdings steigen dürften.

Taxi-App Uber geht in China mit Konkurrent Didi zusammen
Benjamin Eyssel, ARD, zzt. Peking
01.08.2016 16:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 2. August 2016 um 11:00 Uhr.

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