Das Twitter-Logo auf einem Computerbildschirm | Bildquelle: AFP

Kurznachrichtendienst in der Krise Twitter stampft Kurzvideo-Dienst ein

Stand: 27.10.2016 19:57 Uhr

Twitter kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Das US-Unternehmen hat das Ende des Kurzvideo-Dienstes Vine angekündigt, der eigentlich Instagram Konkurrenz machen sollte. Außerdem bestätigte Twitter einen massiven Stellenabbau.

Zunächst waren es nur Medienberichte, jetzt hat Twitter den massiven Stellenabbau bestätigt. Etwa neun Prozent der Belegschaft sollten entlassen werden. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen weltweit etwa 3800 Mitarbeiter. Bereits vor einem Jahr - bei der Rückkehr des Mitgründers Jack Dorsey an die Vorstandsspitze - waren etwa acht Prozent der Stellen gestrichen worden.

Twitter-Interimschef Jack Dorsey
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Vorstandschef Dorsey hat nach eigenen Angaben einen Plan. (Archiv)

Die Sparmaßnahmen zeigen, unter welchem Druck Twitter steht. Für das dritte Quartal 2016 meldete das Unternehmen einen Verlust von 103 Millionen Dollar (rund 94 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum war ein Minus von 131 Millionen Dollar angefallen.

Den Umsatz konnte Twitter um acht Prozent auf 616 Millionen Dollar steigern. "Wir haben einen klaren Plan und wir nehmen die nötigen Veränderungen vor, um sicherzustellen, dass Twitter für langfristiges Wachstum aufgestellt ist", versprach Dorsey.

Das Ende von Vine

Zudem kündigte Twitter überraschend an, die Kurzvideo-App Vine nach rund vier Jahren einzustellen. Der Schritt solle in den kommenden Monaten vollzogen werden, hieß es in einem Blogeintrag. Den Vine-Nutzern wurde versprochen, die Website online zu halten, so dass weiter Zugang sowie die Möglichkeit zum Herunterladen der Kurzvideos besteht. Mit der App kann man kurze Videoclips in Endlosschleifen abspielen lassen. Twitter hatte Vine im Herbst 2012 gekauft und wollte damit Instagram angreifen.

Nun will der Kurznachrichtendienst vor allem mit der Livestreaming-App Periscope punkten. Das Unternehmen will damit neue und junge Kunden anlocken.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Oktober 2016 um 19:24 Uhr

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