Kurznachrichtendienst reagiert auf Kritik Twitter verschärft Anti-Hetz-Regeln

Stand: 30.12.2015 04:26 Uhr

Tut Twitter genug gegen Hetze und gegen die Accounts von radikalen Gruppen? Nicht genug, monieren Kritiker seit längerem. Nun hat das Unternehmen reagiert und seine Richtlinien erneut verschärft - unter anderem dürfe niemand zur Gewalt aufrufen oder anderen drohen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seine Bestimmungen gegen Hetze und andere Formen missbräuchlicher Nutzung verschärft. In einem Blogpost erklärte das Unternehmen, dass unterschiedliche Meinungen und Ansichten begrüßt und unterstützt würden. Doch werde weiter gegen Accounts vorgegangen, "die die Linie zur Beschimpfung überschreiten".

Twitter-Benutzer dürften über den Dienst nicht zu Gewalt aufrufen oder direkte Drohungen aussprechen. Dies gelte für hasserfüllte Inhalte auf der Basis von Religion, Nationalität und Ethnie, sexueller Orientierung, Geschlecht und Geschlechtsidentität, Alter, Behinderung oder Krankheit. Bislang hatte Twitter eine allgemeiner gehaltene Formulierung verwendet, die Nutzern untersagte, "Gewalt gegen andere" zu verbreiten.

Machte Twitter es Extremisten zu einfach?

Verboten ist zudem nun ausdrücklich die Anmeldung "mehrerer Accounts für überlappende Nutzungen", um die Sperrung eines einzelnen Kontos zu umgehen. So hatten Kritiker moniert, dass Twitter es Extremisten früher zu einfach gemacht habe, neue Konten aufzumachen, wenn ältere geschlossen worden seien.

Dem Unternehmen wird vielfach vorgeworfen, nicht genug gegen rassistische Hetze, aber auch gegen zahlreiche Konten radikaler Islamistengruppen wie dem selbst ernannten "Islamischen Staat" (IS) zu unternehmen. Einer Studie des Brookings Instituts zufolge unterhielt der IS zwischen September und Dezember vergangenen Jahres mindestes 46.000 Twitter-Accounts.

Dieser Beitrag lief am 30. Dezember 2015 um 06:00 Uhr auf NDR Info.

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